Hyperlipidämie Typ III: Der Fettstoffwechsel

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. April 2015)

Der Fettstoffwechsel (Lipidstoffwechsel) des Menschen beruht darauf, dass der Körper Fette (Lipide) mit der Nahrung aufnimmt, zur Leber transportiert und ständig zwischen Leber und Fettgewebe sowie anderen Organen und Geweben austauscht. Dabei unterliegen die Fette einer Vielzahl von Abbau- und Umbauprozessen. Bei der Hyperlipidämie Typ III sind einige dieser Abbauprozesse erblich bedingt gestört: Diese Störung im Fettstoffwechsel bezeichnet man als familiäre Dysbetalipoproteinämie.

Die bei der Hyperlipidämie Typ III vorliegende Störung im Fettstoffwechsel betrifft den Abbau bestimmter Eiweiße (Proteine), die für den Transport der Triglyceride und Cholesterin im Blut verantwortlich sind: Da beide Blutfette wasserunlöslich sind, müssen sie für ihren Transport an Transporteiweiße (Lipoproteine) gebunden sein. Die Transporteiweiße unterteilt man in vier Hauptklassen, deren Definition sich nach ihrem Eiweißbestandteil, dem Triglycerid- und Cholesteringehalt, dem Ort ihrer Herstellung sowie ihrer Transportfunktion richtet:

  1. Chylomikronen sind tröpfchenförmige Fettpartikel, in denen die mit der Nahrung aufgenommenen Fette über die Lymphflüssigkeit des Darms in den Blutkreislauf und so mit dem Blut zur Leber gelangen. Sie bestehen zu 90 Prozent aus Triglyceriden und nur zu 3 Prozent aus Cholesterin.
  2. VLDL (= very low density lipoproteins) sind von der Leber gebildete Lipoproteine, die zu etwa 65 Prozent aus Triglyceriden und zu 15 Prozent aus Cholesterin bestehen. Sie transportieren Fette aus der Leber zu anderen Organen und Geweben. Aus VLDL entsteht auch IDL (= intermediate density lipoproteins), ein Vorläufer von LDL.
  3. LDL (= low density lipoproteins) entstehen aus VLDL und transportieren Cholesterin von der Leber in andere Organe und Gewebe, zum Beispiel ins Fettgewebe oder in die Keimdrüsen. Der Triglyceridgehalt von LDL ist mit 10 Prozent gering, der Cholesteringehalt mit etwa 50 Prozent hoch. Hohe LDL-Werte bedeuten damit hohe Cholesterinwerte im Blut. Sie stehen besonders mit einer frühzeitigen und beschleunigten Entwicklung einer Arteriosklerose im Zusammenhang, weshalb der Volksmund das LDL auch als schlechtes Cholesterin bezeichnet.
  4. HDL (= high density lipoproteins) sind von Darm und Leber gebildete Lipoproteine, die für den Transport von Cholesterin aus den Organen und Geweben zurück zur Leber sorgen. Hohe HDL-Werte verursachen niedrige Cholesterinwerte im Blut. HDL wirkt somit dem LDL entgegen. Dies bedeutet, dass hohe HDL-Werte vor Arteriosklerose schützen. Daher bezeichnet man HDL auch häufig als gutes Cholesterin.

Bei der Hyperlipidämie Typ III ist der Abbau der Chylomikronen und von VLDL in der Leber gestört. Deshalb haben Menschen mit einer Hyperlipoproteinämie Typ III viele IDL-Partikel (= intermediary density lipoproteins) im Blut, Abbauprodukte der VLDLs. Auch IDL enthält viel Cholesterin. Es wird auch als VLDL-Remnant (engl. remnant = Überbleibsel) genannt und ist ein Vorläufer von LDL.


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