Startseite > Krankheiten > Hyperhidrose > Definition
Stand: 28. April 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die Schweißdrüsen werden mikroskopisch in ekkrine und apokrine Schweißdrüsen unterteilt. Die ekkkrinen Schweißdrüsen kommen fast an der gesamten Hautoberfläche vor.
Die apokrinen Schweißdrüsen werden auch Duftdrüsen genannt. Sie kommen nur in bestimmten Hautgebieten vor (z.B. Achselhöhle, Brustwarze, Genital- und Analgegend). Das Sekret der Schweißdrüsen ist dünnflüssig und besteht vornehmlich aus Wasser, Natrium-, Kalium- und Chlorid-Ionen sowie Harnstoff und Immunglobulinen. An der Hautoberfläche bildet der Schweiß einen Säureschutzmantel, indem er durch seine chemische Zusammensetzung entscheidend zur Abwehrfunktion der Haut gegen Krankheitserreger mitwirkt.
Wenn der Schweiß an der Hautoberfläche verdunstet, wird der gesamte Organismus abgekühlt. Die kleinsten Blutgefäße (Kapillaren) in der Haut (Dermis) werden dabei heruntergekühlt. Der Schweiß hat also wichtige Aufgaben für die Körpertemperatur. Die Schweißmenge beträgt ein bis zwei Liter pro Tag, bei schwerer körperlicher Arbeit bis zwei Liter pro Stunde.
Die Schweißdrüsen werden durch das vegetative Nervensystem reguliert.
Ob und wann ein Mensch das übermäßige Schwitzen als störend empfindet, ist eine individuelle Entscheidung. Für den einen ist die vermehrte Schweißproduktion vielleicht noch tolerabel, während ein anderer unter dem gleichen Erscheinungsbild sehr leiden kann.
Wenn ein Mensch von Hyperhidrose betroffen ist, ergeben sich mehrere Probleme. Die übermäßige Schweißproduktion wird als unangenehm erlebt, da dieses Phänomen Auswirkungen auf das gesamte soziale Umfeld haben kann. Vor allem Personen, deren Krankheitsbild sich an den Händen zeigt, fühlen sich in ihrem sozialen und beruflichen Leben stark eingeschränkt. Der enge Kontakt zu anderen Menschen wird gemieden. Jemandem die Hand zu geben, wird zu einer unüberwindbaren Hürde und der Umgang mit feuchtigkeitsempfindlichen Materialien (Papier) ist ein großes Hindernis. Häufig haben die Betroffenen eine Reihe von Ärzten konsultiert, bevor die Krankheit als solche erkannt und damit anerkannt wird.
Besonders an den Füßen treten wegen der Feuchtigkeit und dem Schuhwerk Komplikationen auf. Die Haut wird aufgeweicht und es bilden sich offene Stellen. Dort können Pilzinfektionen entstehen. Haut- und Nagelpilze sind häufig. Außerdem bilden sich in diesen Arealen vermehrt Warzen.
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