Hypercholesterinämie: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Januar 2015)

Eine Hypercholesterinämie festzustellen ist einfach – zur Diagnose reicht es, die Cholesterinwerte im Blut zu messen. Dabei ist es wichtig, neben dem Gesamtcholesterin auch das HDL-Cholesterin und das LDL-Cholesterin zu ermitteln.

Es ist ratsam, bei der nötigen Blutuntersuchung nüchtern zu sein – das bedeutet: Zwischen der letzten Nahrungsaufnahme und der Blutabnahme sollten mindestens zwölf Stunden liegen.

Schwieriger ist es, die genaue Form der Lipidstoffwechselstörung zu bestimmen. Da bei einigen Lipidstoffwechselstörungen gleichzeitig das Cholesterin und die Blutfette (bzw. Triglyceride) zu hoch sind, lässt der Arzt Letztere bei der Blutuntersuchung gleich mit bestimmen. Weitere Hinweise auf die Hypercholesterinämie-Form liefert die Höhe der Cholesterinwerte – so verursacht zum Beispiel:

  • die häufige polygene Hypercholesterinämie meist Cholesterinwerte zwischen 250 und 350 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) beziehungsweise 6,4 und 9 Millimol pro Liter (mmol/l),
  • die seltene, nur von einem Elternteil vererbte (sog. heterozygote) familiäre Hypercholesterinämie meist Cholesterinwerte zwischen 300 und 500 Milligramm pro Deziliter beziehungsweise 7,7 und 12,9 Millimol pro Liter und
  • die sehr seltene, von beiden Eltern vererbte (sog. homozygote) familiäre Hypercholesterinämie Blutcholesterinwerte zwischen 500 und 1.200 Milligramm pro Deziliter beziehungsweise 12,9 bis 30,9 Millimol pro Liter.

Der nächste Schritt zur Diagnose der Hypercholesterinämie besteht darin, die Krankengeschichte zu erheben und bestehende Beschwerden zu erfassen (sog. Anamnese). Dabei erkundigt sich der Arzt auch nach dem Gesundheitszustand der Familienmitglieder, um herauszufinden, ob die Hypercholesterinämie womöglich erblich bedingt ist. Zudem fragt der Arzt nach dem Körpergewicht, den Ernährungsgewohnheiten und dem Konsum von Genussmitteln wie Alkohol oder Tabak.

Außerdem wichtig: eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt mögliche Folgen der Cholesterinerhöhung und Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen feststellen kann: Dies ist bedeutsam, um das individuelle Risiko einschätzen, das ausschlaggebend für die nachfolgende Behandlung ist. Bei der körperlichen Untersuchung:

Das Bild zeigt einen Arzt, der bei einer Frau den Blutdruck misst. © Jupiterimages/Stockbyte

In der körperlichen Untersuchung misst der Arzt unter anderem den Blutdruck.

Eventuell lässt der Arzt bei einer Hypercholesterinämie auch ein EKG schreiben. Zudem bestimmt er den Blutzuckerwert und gegebenenfalls den (auch als "Blutzuckergedächtnis" bezeichneten) HbA1c-Wert.

unbedenkliche Werte leichte bis mittlere Hypercholesterinämie schwere Hypercholesterinämie
Gesamtcholesterin < 200 mg/dl Gesamtcholesterin 200–300 mg/dl Gesamtcholesterin 200–300 mg/dl oder > 300 mg/dl
HDL-Cholesterin > 40 mg/dl LDL-Cholesterin > 160 mg/dl LDL-Cholesterin > 190 mg/dl
Triglyceride < 200 mg/dl Triglyceride < 200 mg/dl Triglyceride > 200 mg/dl
Verhältnis LDL zu HDL < 3, ohne weitere Risikofaktoren < 4    
keine koronare Herzkrankheit in der näheren Verwandtschaft keine weiteren Risikofaktoren (leicht) oder ein bis mehrere zusätzliche Risikofaktoren zwei oder mehr Risikofaktoren

Bei Verdacht auf eine erblich bedingte Hypercholesterinämie können zur Diagnose auch Gentests zum Einsatz kommen: Mit ihrer Hilfe kann man die häufigsten ursächlichen Veränderungen für hohe Cholesterinwerte an den Erbanlagen nachweisen.


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