Hydrozele (Wasserbruch): Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. Mai 2015)

Eine Hydrozele (Wasserbruch) kann verschiedene Ursachen haben. Die Wasseransammlung im Hoden kann entweder angeboren oder erworben sein. Entsprechend unterscheidet man primäre und sekundäre Formen:

Primäre Hydrozele

Eine Hydrozele (Wasserbruch) mit angeborenen Ursachen (sog. primäre Hydrozele) entsteht dadurch, dass sich beim Ungeborenen im sogenannten Processus vaginalis peritonei Flüssigkeit ansammelt. Der Processus vaginalis peritonei ist eine trichterförmige Ausstülpung des Bauchfells in den Hodensäcken, die sich während der Entwicklungsphase des Fötus im Mutterleib vorübergehend entwickelt und sich später bis auf einen kleinen Rest zurückbildet:

  • Die Hoden reifen beim Fötus nicht im Hodensack aus, sondern in der Bauchhöhle.
  • Vor der Geburt, gleich nach der Geburt oder innerhalb der ersten Lebensjahre steigen die Hoden von der Bauchhöhle in den Hodensack hinab.
  • Sie gleiten dabei durch den Processus vaginalis peritonei in den Hodensack hinein.
  • Dieses Stück des Bauchfells bildet danach einen kleinen Spaltraum, der sich (meist schon vor der Geburt, manchmal erst im ersten Lebensjahr) zum Bauchfell hin verschließt.
Eine primäre Hydrozele entsteht, wenn dieser Verschluss nicht oder nur unvollständig ausgebildet ist. Bleibt der Spaltraum vollständig offen, verursacht dies bei den betroffenen Kindern neben dem Wasserbruch häufig ein weiteres Krankheitsbild: den Leistenbruch (Hernie).

Sekundäre Hydrozele

Eine Hydrozele (Wasserbruch) mit erworbenen Ursachen (sog. sekundäre Hydrozele) kann auch Erwachsene oder ältere Kinder betreffen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Mögliche Auslöser für die Entstehung einer sekundären Hydrozele sind:

Auch nach einer Operation kann eine sekundäre Hydrozele auftreten: So kann beispielsweise infolge einer OP zur Behebung einer Varikozele (= Krampfadern am Hoden) ein Wasserbruch beim Mann entstehen.

Die Ursache für die Wassereinlagerung bei einer sekundären Hydrozele ist ein Ungleichgewicht zwischen gebildeter und wieder aufgenommener Hodenhüllenflüssigkeit (Resorption): Der Körper produziert entweder zu viel Hodenhüllenflüssigkeit oder nimmt zu wenig wieder auf.


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