Humeruskopffraktur (Oberarmkopfbruch): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Juni 2015)

Bei einer Humeruskopffraktur (Oberarmkopfbruch) zielt die Therapie darauf ab, die Schmerzen schnell zu lindern und die Funktion des Schultergelenks nach Möglichkeit wiederherzustellen. Grundsätzlich kann die Behandlung einer Humeruskopffraktur nicht-operativ oder operativ erfolgen.

Welche Maßnahmen für Sie am besten geeignet sind, hängt davon ab, wie die Bruchfragmente verschoben und eingestaucht sind. Für den dauerhaften Erfolg der Behandlung jeder Humeruskopffraktur ist außerdem eine konsequente und langfristige Nachbehandlung einschließlich Physiotherapie von großer Bedeutung. Den bis zu zwölf Monate nach dem Oberarmkopfbruch können Sie die Funktion des betroffenen Schultergelenks noch durch entsprechende Maßnahmen verbessern.

Konservative Therapie

Eine Humeruskopffraktur lässt sich mit nicht-operativen (konservativen) Maßnahmen behandeln, wenn die Bruchstücke nicht oder kaum verschoben sind. Bei der konservativen Therapie stellt man den Oberarm für circa acht Tage im sogenannten Gilchrist-Verband oder Desault-Verband ruhig. Damit der Arm beweglich bleibt, ist es wichtig, danach so früh wie möglich mit einer intensiven Physiotherapie zu beginnen.

In etwa acht von zehn Fällen muss eine Humeruskopffraktur nicht operiert werden.

Operation

Bei einer Humeruskopffraktur ist eine Operation nötig, wenn die Bruchstücke stark verschoben und instabil sind, sodass durch nicht-operative Behandlungsmaßnahmen kein Heilungserfolg zu erwarten ist. Die operative Behandlung kommt beim Oberarmkopfbruch zum Einsatz, wenn:

  • die Bruchstücke stark gegeneinander verschoben sind.
  • parallel zum Bruch der Oberarmkopf ausgerenkt ist (Luxation).
  • Abrissfrakturen an einem Knochenvorsprung seitlich des Oberarmkopfs vorliegen.
  • Brüche mit mehreren Bruchstücken (Mehrfragmentfrakturen) vorliegen.

Die Humeruskopffraktur kann grundsätzlich auf zwei Arten operiert werden:

  • Meist erfolgt die Operation so, dass das Gelenk erhalten bleibt: Dann richtet der Operateur die Bruchstücke und fixiert sie zum Beispiel mit Platten und Nägeln. Heute kommen oft sogenannte winkelstabile Implantate zum Einsatz. Auch mit der Fixierung sind nach der Operation krankengymnastische Übungen möglich und notwendig, um die Beweglichkeit des betroffenen Arms zu erhalten.
  • Vor allem wenn die gelenkerhaltende Operation bei einer komplizierten Humeruskopffraktur wenig Erfolg verspricht, kann es notwendig sein, einen künstlichen Gelenkersatz (Schulterprothese) zu implantieren. Um die Funktion der Schulter wiederherzustellen, ist es auch bei dieser Methode wichtig, so bald wie möglich mit Physiotherapie an der Beweglichkeit des Schultergelenks zu arbeiten und die Übungen mindestens ein Jahr lang konsequent weiterzuführen.

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