Humeruskopffraktur (Oberarmkopfbruch): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Juni 2015)

Die Humeruskopffraktur ist ein Bruch am sogenannten Kopf des Oberarmknochens (Humerus).

Damit ist die Humeruskopffraktur eine sogenannte proximale Humerusfraktur, also eine knöcherne Verletzung an dem Teil des Oberarmknochens, der nahe zum Körper hin (= proximal) liegt. Zu den proximalen Humerusfrakturen gehören sowohl jede direkt unter dem Humeruskopf liegende Oberarmfraktur (sog. subkapitale Humerusfraktur) als auch die Humeruskopffraktur selbst.

Anatomie des Oberarmknochens

Bei einer Humeruskopffraktur kann der Oberarmkopf an unterschiedlichen Stellen in zahlreiche Bruchstücke zerspringen, da er sehr anfällig für komplizierte Bruchverletzungen ist.

Um das mögliche Ausmaß der Fraktur zu verstehen, sind zunächst ein paar grundlegende Informationen zur Anatomie des Oberarmknochens nötig: Der Oberarm besteht aus einem einen einzelnen Knochen, dessen beide Enden jeweils Teil eines Gelenks sind. Der einzige Bereich, der nicht von einer proximalen Humerusfraktur oder Humeruskopffraktur betroffen sein kann, ist das untere Ende des Oberarmknochens (sog. Condylus humeri). An ihm finden sich die Gelenkflächen für das Ellenbogengelenk. Kommt es hier zu einem Bruch, spricht man von einer distalen (weiter vom Körper entfernten) Humerusfraktur.

Anatomie des Humeruskopfs

Anatomie des Oberarmknochens

An allen anderen Anteilen des Oberarmknochens kann eine Humeruskopffraktur beziehungsweise eine proximale Humerusfraktur auftreten. Dies sind:

  • der Schaft des Oberarmknochens (Corpus humeri)
  • der Oberarmkopf (Caput humeri): Dieser Teil gehört zum Schultergelenk.
  • der Hals des Oberarmknochens (Collum): Auf diesem Teil sitzt der Oberarmkopf; Mediziner unterscheiden
    •  den anatomischen Hals (Collum anatomicum) und
    • den chirurgischen Hals (Collum chirurgicum).
  • die Tuberkel des Oberarmknochens (Tuberculum majus und Tuberculum minus): Diese zwei Knochenvorsprünge liegen seitlich des Oberarmkopfs und dienen als Ansatzhöcker für die Muskulatur

Einteilung

Der Oberarmkopf kann bei einer Humeruskopffraktur an verschiedenen Stellen in viele Bruchstücke zerspringen. Es können auch nur die Knochenvorsprünge abreißen. Je nach Ausmaß der Verletzung teilen Mediziner einen Oberarmkopfbruch in verschiedene Typen ein. Die Einteilung der Humeruskopffraktur nach Neer beispielsweise richtet sich nach der Anzahl der Bruchstücke und dem Grad ihrer Verschiebung:

  • Typ I: unverschobene Humeruskopffraktur, unabhängig davon, in wie viele Stücke der Knochen zersprungen ist
  • Typ II: Fraktur mit Verschiebung, 2 Bruchstücke, im anatomischen Hals des Oberarmknochens (Collum anatomicum)
  • Typ III: Fraktur mit Verschiebung, 2 Bruchstücke oder Trümmerzone mit vielen kleineren Bruchstücken, im chirurgischen Hals des Oberarmknochens (Collum chirurgicum)
  • Typ IV: Fraktur mit Verschiebung, 2 bis 4 Bruchstücke, der größere Ansatzhöcker für die Muskulatur seitlich des Oberarmkopfs (Tuberculum majus) ist mitbeteiligt
  • Typ V: Fraktur mit Verschiebung, 2 bis 4 Bruchstücke, der kleinere Ansatzhöcker für die Muskulatur seitlich des Oberarmkopfs (Tuberculum minus) ist mitbeteiligt
  • Typ VI: zusätzlich zum Oberarmkopfbruch ist das Schultergelenk ausgerenkt (sog. Luxationsfraktur)

Häufigkeit

Die Humeruskopffraktur tritt mit zunehmendem Alter immer häufiger auf: Besonders oft sehen Ärzte diesen Knochenbruch bei Senioren über 70 Jahren. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Gleiches gilt für den direkt unter dem Humeruskopf liegenden Oberarmbruch (sog. subkapitale Humerusfraktur), den man wie die Humeruskopffraktur als proximale Humerusfraktur bezeichnet. Insgesamt ist etwa jeder zwanzigste Knochenbruch eine proximale Humerusfraktur..


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