Hüftkopfnekrose: Wenn Gewebe am Hüftkopf abstirbt

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (14. Oktober 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Bei einer Hüftkopfnekrose stirbt Knochengewebe im Bereich des Hüftkopfs ab, weil es nicht mehr ausreichend durchblutet ist. Ziehende Schmerzen im Hüftgelenk, in der Leistenbeuge oder im Knie sind mögliche Anzeichen. Betroffen sind vor allem Männer mittleren Alters.

Eine Hüftkopfnekrose bei Erwachsenen kann beispielsweise nach einer vorangegangenen Verletzung entstehen, so etwa nach einem Oberschenkelhalsbruch. Dabei sind die Blutgefäße, die den Hüftkopf mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, so sehr beschädigt, dass sie ihre Aufgabe nicht mehr ausreichen erfüllen können. Die Folge: Das Knochengewebe stirbt ab – Ärzte sprechen von einer Nekrose.

In vielen Fällen bleibt die Ursache einer Hüftkopfnekrose jedoch unbekannt. Einflussfaktoren wie Alkoholismus, bestimmte Medikamente oder Fettstoffwechselerkrankungen können das Risiko für eine Hüftkopfnekrose erhöhen.

Eine Hüftkopfnekrose verläuft in mehreren Stadien. In frühen Stadien der Erkrankung verspürt der Betroffene noch keine Schmerzen, später treten diese nach Belastung auf. Ist die Hüftkopfnekrose weiter fortgeschritten, wird die Hüfte zunehmend unbeweglicher und schmerzt auch in Ruhe. In späten Stadien kann das Hüftgelenk einbrechen und seine ursprüngliche Form verlieren (deformieren). Dies kann zu Gelenkschäden und zum Gelenkverschleiß führen.

Eine Hüftkopfnekrose kann der Arzt meist mithilfe von bildgebenden Verfahren erkennen. Hierzu zählen vor allem eine Röntgenaufnahme und eine Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Therapie einer Hüftkopfnekrose ist vor allem davon abhängig, wie fortgeschritten die Erkrankung ist. Die Behandlungsmaßnahmen reichen von entlastenden äußeren Hilfsmitteln (Orthesen) über eine Anbohrung des Hüftkopfs bis hin zur Hüftprothese (Gelenkersatz). Der Verlauf einer Hüftkopfnekrose kann von Person zu Person ganz verschieden sein; je früher sie erkannt und behandelt wird, umso günstiger.

Illustration: Anatomie des Beckens mit Darstellung des Hüftkopfs © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Der Hüftkopf des Oberschenkelknochens bildet gemeinsam mit der Hüftpfanne, die Teil des Beckenknochens ist, das Hüftgelenk. Bei einer Hüftkopfnekrose stirbt Gewebe des Hüftkopfes ab – oft sind dabei beide Hüftköpfe betroffen.

Eine Hüftkopfnekrose kann auch bei Kindern auftreten (Morbus Perthes), unterscheidet sich jedoch in Verlauf und Therapie von der Hüftkopfnekrose Erwachsener.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst