Hüftdysplasie, Hüftluxation: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. Oktober 2014)

Für die Hüftdysplasie und Hüftluxation kommen verschiedene Ursachen infrage – dabei können sowohl innere (endogene) als auch äußere (exogene) Faktoren beteiligt sein. Meistens entsteht die Fehlstellung der Hüftknochen durch ein Zusammenspiel mehrere Faktoren. Begünstigend wirkt sich dabei aus, dass das Hüftgelenk in der zweiten Schwangerschaftshälfte noch wenig formstabil ist.

Die Luxation der Hüfte bildet sich bei einer angeborenen Hüftdysplasie allerdings überwiegend erst nach der Geburt aus. Eine echte angeborene Hüftluxation entsteht ab dem vierten Schwangerschaftsmonat, selten früher.

Ein wichtiger äußerer Faktor bei der Entstehung einer Hüftdysplasie und Hüftluxation ist der Platzmangel in der Gebärmutter (Uterus): Wenn sich durch die eingeschränkte Beweglichkeit des Kindes der Hüftkopf in der Hüftpfanne verschiebt und über längere Zeit gegen den Hüftpfannenrand drückt, sodass sich dieser verformt, kann eine Hüftgelenksdysplasie mit Hüftgelenksluxation entstehen. Zu den möglichen Ursachen für eine solche Raumnot gehören:

  • Erstschwangerschaft (60% der Hüftluxationen treten bei Erstgebärenden auf)
  • Steißlage (50% der Babys mit Hüftluxation befanden sich in Beckenendlage)
  • geringe Fruchtwassermenge (sog. Oligohydramnion, d.h. weniger als 200-500 ml Fruchtwasser)
  • Bluthochdruck der Mutter während der Schwangerschaft

Bei der Entstehung einer Hüftdysplasie und Hüftluxation können als innere Ursachen bestimmte Hormone beteiligt sein, die während einer Schwangerschaft im Blut zirkulieren: Diese sorgen dafür, dass der Beckenring der Mutter gelockert ist. Die Hormone wirken jedoch nicht nur am Becken der Mutter, sondern auch an der Hüftgelenkkapsel weiblicher Föten. Die Folge: Das Hüftgelenk des Kindes ist schlaff und neigt zur Luxation. Aus diesem Grund ist die Hüftgelenksluxation bei Mädchen rund 6-mal häufiger als bei Jungen.

Für eine Hüftdysplasie und Hüftluxation kommen auch erbliche Ursachen infrage: Da Hüftdysplasien in manchen Familien gehäuft auftreten, ist es wahrscheinlich, dass zumindest in manchen Fällen eine erbliche Veranlagung als innerer Faktor bei der Entstehung der Fehlstellung eine Rolle spielt.

Allerdings kann es auch erst nach der Geburt zur Hüftdysplasie mit Hüftluxation kommen. Verantwortlich hierfür können mechanische Faktoren sein, die das bei der Geburt unreife Hüftgelenk in seiner Nachreifung stören: Das Hüftgelenk kann nur dann richtig weiterreifen, wenn ein Neugeborenes die während der Schwangerschaft eingenommene Beugestellung von Beinen und Hüfte auch weiterhin einnehmen kann. Ist das Hüftgelenk jedoch frühzeitig oft gestreckt (z.B. durch frühe und häufige Bauchlage oder durch Binden auf ein Wickelbrett, wie es in manchen Völkern Tradition ist), fördert dies die Entstehung einer Hüftluxation.

Wenn eine Hüftdysplasie Erwachsene betrifft, spricht man auch von einer Restdysplasie, denn: Eine Hüftdysplasie bei Erwachsenen hat ihre Ursachen meist darin, dass die Fehlform des Hüftgelenks nach Abschluss der Wachstumsphase bestehen bleibt.


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