Hüftdysplasie, Hüftluxation: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. Oktober 2014)

Bei einer Hüftdysplasie und Hüftluxation ist die Therapie davon abhängig, wie ausgeprägt die Fehlbildung ist und wie alt das Kind zum Zeitpunkt der Diagnosestellung ist. Allgemein gilt: Je jünger das Kind ist, umso einfacher ist es, seine Hüftgelenksdysplasie und Hüftgelenksluxation erfolgreich zu behandeln.

Häufig ist im frühen Stadium einer leichten angeborenen Hüftdysplasie ohne Hüftluxation gar keine Therapie nötig: Wenn sich die Bewegungsabläufe normal entwickeln, bildet sich die Instabilität des Hüftgelenks in 4 von 5 Fällen ohne Behandlung innerhalb von 2 Monaten von selbst zurück. Diese spontane Heilung der Hüftgelenksdysplasie können Sie fördern, indem Sie:

  • Ihr Baby so wickeln, dass seine Hüfte gebeugt ist,
  • es im Tragetuch tragen und
  • konsequent ein frühzeitiges Strecken seiner Hüfte vermeiden (legen Sie Ihr Baby also nicht ständig in Bauchlage).

Wenn die Hüftdysplasie beim Baby über die zweite bis vierte Lebenswoche hinaus bestehen bleibt, ist zur Therapie eine sogenannte Spreizhose geeignet. Wenn das Baby die Beine bereits nicht mehr abspreizen kann und die Muskulatur verkürzt ist, helfen gegen die Hüftdysplasie muskelentspannende Übungen (d.h. Physiotherapie). Bei einer Hüftluxation ist dann eine Reposition nötig, um den Hüftkopf zurück in die Pfanne zu verlagern – dies kann manuell oder mithilfe von Bandagen oder Apparaturen (Pavlik-Bandage, Extensions-Repositionsgerät) erfolgen. Anschließend ist dafür zu sorgen, dass der Hüftkopf nicht wieder aus der Pfanne springt. Dies geschieht ebenfalls mithilfe von Bandagen oder Schienungen (Abspreizschienen, Laufschienen). Bei Instabilität ist es unter Umständen nötig, das Gelenk vorübergehend im Gipsverband (sog. Fettweisgips) ruhig zu stellen.

Meistens führt diese nicht-operative Behandlung der Hüftdysplasie und Hüftluxation im ersten Lebensjahr zum Erfolg. Wenn trotz Therapie eine leichte Fehlstellung bestehen bleibt, kann diese auch noch von selbst heilen. Gleiches gilt für eine erst spät entdeckte Hüftgelenksdysplasie, bei der noch keine Fehlstellung vorliegt.

Wenn sich allerdings Hüftdysplasie und Hüftluxation trotz Therapie verschlechtern oder wenn sie zu lange unerkannt bleiben, kann sich das Gelenk im weiteren Verlauf verändern. Häufig macht die Hüftdysplasie dann eine Operation nötig: Nur ein solcher Eingriff kann die mit der Hüftdysplasie verbundenen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen beheben und weitere Gelenkzerstörungen verhindern.


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