Hüftdysplasie, Hüftluxation: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. Oktober 2014)

Die Hüftdysplasie (bzw. Hüftgelenksdysplasie) ist eine Fehlanlage oder Fehlentwicklung (Dysplasie = Fehlbildung) der Hüftgelenkpfanne (sog. Pfannendysplasie). Die Folge: Die Pfanne bietet dem Gelenkkopf des Oberschenkelknochens keinen richtigen Halt. Darum kann zusätzlich eine als Hüftluxation (bzw. Hüftgelenksluxation) bezeichnete Fehlstellung entstehen (Luxation = Verrenkung): Bei einer luxierten Hüfte ist der Hüftkopf teils oder vollständig aus der Hüftpfanne verschoben.

Häufigkeit

Hüftdysplasie und Hüftluxation treten mit unterschiedlicher Häufigkeit auf: In Deutschland haben 2 bis 3 Prozent der Neugeborenen eine angeborene Hüftgelenksdysplasie. Die angeborene Hüftgelenksluxation ist mit rund 2 Promille wesentlich seltener (wobei Mädchen etwa 6-mal häufiger betroffen sind als Jungen). Meistens kommt es bei angeborener Hüftdysplasie erst nach der Geburt zur Luxation der Hüfte.

Besonders häufig ist die Hüftgelenksdysplasie mit Hüftluxation bei Völkern zu beobachten, die schon ihre Neugeborenen zum Tragen auf sogenannte Wickelbretter binden. Der Grund: Das Hüftgelenk ist bei der Geburt noch unreif; damit es richtig weiterreifen kann, muss ein Baby seine Beine und somit sein Hüftgelenk weiterhin in der Beugestellung halten, die es schon im Bauch der Mutter eingenommen hat. Frühes und häufiges Strecken des Hüftgelenks (wie es auch bei einem Baby in Bauchlage der Fall ist) fördert also eine Hüftgelenksluxation.

Bei Völkern, die traditionell Tragetücher für ihre Babys verwenden, sind die Hüftdysplasie und Hüftluxation hingegen so gut wie gar nicht zu finden.


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