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Hodenkrebs: Früh erkannt fast immer heilbar

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (25. Juli 2016)

© Jupiterimages/Comstock Images

Hodenkrebs ist ein seltener bösartiger Tumor, der vor allem bei jungen Männern zwischen 20 und 40 Jahren auftritt. Die gute Nachricht: Hodenkrebs ist im Frühstadium fast immer heilbar. Mediziner raten deshalb zum regelmäßigen Abtasten der Hoden – am besten nach einer warmen Dusche, wenn der Hodensack entspannt ist. 

Im Unterschied zu vielen anderen Krebserkrankungen wird Hodenkrebs meist von dem Betroffenen selbst oder von seiner Partnerin beziehungsweise seinem Partner entdeckt. Die Grund: Hodenkrebs verursacht meist bereits im Frühstadium deutliche Symptome, die auch Laien leicht erkennen können. 

Das für Hodenkrebs wichtigste Anzeichen ist eine schmerzlose, überwiegend einseitige Schwellung oder Verhärtung am Hoden, die langsam an Größe zunimmt.

Weitere mögliche Symptome sind (je nach Tumortyp und Stadium):

  • Schweregefühl im Hoden
  • einseitiges Ziehen im Hoden oder in der Leiste
  • Ansammlung wässriger Flüssigkeit um den Hoden (sog. Hydrozele)
  • Veränderungen am Hoden, die auf eine Entzündung hindeuten, aber durch Antibiotika oder andere Medikamente nicht verschwinden
  • ein- oder beidseitige Vergrößerung der männlichen Brust (sog. Gynäkomastie)
  • ein- oder beidseitige Schmerzen in den Brustdrüsen
  • Abnahme des sexuellen Verlangens (bzw. der Libido)
  • bei Tochtergeschwulsten (Metastasen): Rückenschmerzen oder Atemnot

Hodenkrebs gehört zu den selteneren Krebsarten. Im Gegensatz zu den meisten anderen Krebserkrankungen tritt er vor allem in jüngeren Lebensjahren auf: Bei jungen Männern ist Hodenkrebs die häufigste bösartige Tumorerkrankung überhaupt.

Die genauen Ursachen von Hodenkrebs sind noch ungeklärt. Als Risikofaktoren für bösartige Tumoren in den männlichen Hoden gelten jedoch erbliche Veranlagungen und der Hodenhochstand.

In den meisten Fällen handelt es sich bei Hodentumoren um sogenannte Keimzelltumoren. Das bedeutet: Der Krebs entwickelt sich in den Keimzellen des Hodens, aus denen auch die Samenzellen (Spermien) hervorgehen. Je nachdem, aus welchem Keimzelltyp der Hodentumor entsteht, handelt es sich um ein Seminom oder ein Nichtseminom. Diese Unterscheidung ist wichtig, da beide Arten unterschiedlich behandelt werden müssen. Ebenfalls von Bedeutung für die Hodenkrebs-Therapie ist, in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet.

Hodenkrebs: Wie sieht die Behandlung aus?

Grundsätzlich können Ärzte mit Operationen, Chemotherapie und Strahlentherapie gegen bösartige Hodentumoren vorgehen. Oftmals kombinieren sie die Behandlungsformen miteinander: In den meisten Fällen steht am Anfang der Behandlung eine Operation, bei der der vom Krebs befallene Hoden entfernt wird (sog. Orchiektomie). Wie die weitere Behandlung genau aussieht, hängt von der Tumorart und dem Stadium der Krebserkrankung ab. 

Hodenkrebs ist gut heilbar, bei kaum einer anderen Krebserkrankung fällt die Prognose günstiger für die Betroffenen aus. Wichtig ist dabei die Früherkennung: Wenn bösartige Hodentumoren rechtzeitig entdeckt und behandelt werden, können sie in mehr als 95 von 100 Fällen dauerhaft geheilt werden.

Der mehrmalige Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong hatte Hodenkrebs. Und wurde geheilt. © Getty Images

Hodenkrebs ist heilbar: Ein bekanntes Beispiel ist der mehrfache Tour de France-Sieger Lance Armstrong. 1996 wurde bei dem US-Radprofi Hodenkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert – drei Jahre später gewann er die Tour.

Auch, wenn Hodenkrebs erst in einem späteren Stadium festgestellt wird, sind die Heilungschancen noch gut. Allerdings sind dann massivere Behandlungsmaßnahmen nötig, die entsprechend stärkere Nebenwirkungen haben. Um dies möglichst zu umgehen, sollten Männer ihre Hoden regelmäßig selbst untersuchen, zum Beispiel, indem sie die Hoden alle vier Woche bei einem Bad oder unter der Dusche auf Veränderungen abtasten.

Generell gilt: Wenn Sie an Ihrem Hoden Veränderungen feststellen, die eventuell auf einen Hodentumor hindeuten, oder andere mögliche Symptome für Hodenkrebs bei Ihnen auftreten, sollten Sie diese von einem Urologen untersuchen lassen.

Hodenkrebs und Kinderwunsch

Hodenkrebs tritt vor allem bei Männern zwischen 20 und 40 Jahren auf – und damit in der Lebensspanne, in die meist auch die Familienplanung fällt. Nicht nur der Krebs, sondern vor allem auch seine Behandlung mit OP, Chemotherapie oder Bestrahlung kann sich jedoch negativ auf die Anzahl und Qualität der Spermien sowie auf die Sexualfunktionen insgesamt auswirken. Zwar erholt sich beides meist innerhalb der ersten beiden Jahre nach Abschluss der Therapie wieder – in manchen Fällen kann die Tumorbehandlung aber auch dauerhaft unfruchtbar machen. Dies lässt sich durch eine Spermauntersuchung (sog. Spermiogramm) feststellen.

Wenn Sie die Familienplanung zum Zeitpunkt Ihrer Erkrankung noch nicht abgeschlossen haben, sollten Sie Ihren Arzt darauf ansprechen. Denn Vorsorge ist möglich: Wenn Sie Ihren Samen rechtzeitig vor Beginn der Therapie tieffrieren und in einer Samenbank einlagern lassen, kann er bei einem späteren Kinderwunsch zur künstlichen Befruchtung verwendet werden.

Experten raten außerdem dazu, während einer Chemo- oder Strahlentherapie sowie mindestens in dem Vierteljahr danach beim Geschlechtsverkehr zu verhüten – am besten mit Kondomen. Denn einige Zytostatika und ihre Abbauprodukte gehen in die Samenflüssigkeit über und können bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr die Scheide und den Muttermund der Partnerin reizen.

Zudem sollten Sie bei einem Kinderwunsch in den ersten beiden Jahren nach einer Chemo- oder Strahlentherapie mit Ihrem Arzt Rücksprache halten. Denn Tumormedikamente und Bestrahlung können die Spermien und die in ihnen enthaltene Erbinformation schädigen. Kommt es dann zu einer Schwangerschaft, ist das Risiko von Fehlgeburten erhöht sowie Schäden bei den Nachkommen möglich.



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