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Hodenkrebs

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (23. Juli 2014)

© Jupiterimages/Comstock Images

Hodenkrebs gehört zu den selteneren Krebsarten. Im Gegensatz zu den meisten anderen Krebserkrankungen tritt er vor allem in jüngeren Lebensjahren auf: Insbesondere Männer zwischen 25 und 45 Jahren sind von ihm betroffen. Bei ihnen ist Hodenkrebs die häufigste bösartige Tumorerkrankung überhaupt. Die Heilungschancen von Hodenkrebs sind gut – vor allem, wenn er frühzeitig entdeckt wird. Deshalb sollten Männer ihre Hoden regelmäßig selbst untersuchen.

Die genauen Ursachen von Hodenkrebs sind noch ungeklärt. Als Risikofaktoren für bösartige Tumoren in den männlichen Hoden gelten jedoch erbliche Veranlagungen und der Hodenhochstand.

Hodenkrebs verursacht einige deutliche Symptome, die auch Laien leicht erkennen können. Daher wird eine Hodenkrebs-Erkrankung meist von dem Betroffenen selbst oder von seiner Partnerin bzw. seinem Partner entdeckt. Das für Hodenkrebs wichtigste Anzeichen ist eine schmerzlose, überwiegend einseitige Schwellung oder Verhärtung am Hoden, die langsam an Größe zunimmt.

Weitere mögliche Symptome sind (je nach Tumortyp und Stadium):

  • Schweregefühl im Hoden
  • einseitiges Ziehen im Hoden oder in der Leiste
  • Ansammlung wässriger Flüssigkeit um den Hoden (sog. Hydrozele)
  • Veränderungen am Hoden, die auf eine Entzündung hindeuten, aber durch Antibiotika oder andere Medikamente nicht verschwinden
  • ein- oder beidseitige Vergrößerung der männlichen Brust (sog. Gynäkomastie)
  • ein- oder beidseitige Schmerzen in den Brustdrüsen
  • Abnahme des sexuellen Verlangens (bzw. der Libido)
  • Unfruchtbarkeit
  • bei Tochtergeschwulsten (Metastasen): Rückenschmerzen oder Atemnot

In den meisten Fällen handelt es sich bei Hodentumoren um sogenannte Keimzelltumoren. Das bedeutet: Der Krebs entwickelt sich in den Keimzellen des Hodens, aus denen auch die Samenzellen (Spermien) hervorgehen. Je nachdem, aus welchem Keimzelltyp der Hodentumor entsteht, handelt es sich um ein Seminom oder ein Nichtseminom. Diese Unterscheidung ist wichtig, da beide Arten unterschiedlich behandelt werden müssen. Ebenfalls von Bedeutung für die Hodenkrebs-Therapie ist, in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet.

Grundsätzlich können Ärzte mit Operationen, Chemotherapie und Strahlentherapie gegen bösartige Hodentumoren vorgehen. Oftmals kombinieren sie die Behandlungsformen miteinander: In den meisten Fällen steht am Anfang der Behandlung eine Operation, bei der der vom Krebs befallene Hoden entfernt wird (sog. Orchiektomie). Je nach Tumorart und -stadium können sich daran noch Chemotherapie, Bestrahlung oder eine operative Entfernung der Lymphknoten im hinteren Bauchraum anschließen.

Hodenkrebs ist gut heilbar, bei kaum einer anderen Krebserkrankung fällt die Prognose günstiger für die Betroffenen aus. Wichtig ist dabei die Früherkennung: Wenn bösartige Hodentumoren rechtzeitig entdeckt und behandelt werden, können sie in mehr als 95 von 100 Fällen dauerhaft geheilt werden.

Auch, wenn Hodenkrebs erst in einem späteren Stadium festgestellt wird, sind die Heilungschancen noch gut. Allerdings sind dann massivere Behandlungsmaßnahmen nötig, die entsprechend stärkere Nebenwirkungen haben. Um dies möglichst zu umgehen, sollten Männer ihre Hoden regelmäßig selbst untersuchen, zum Beispiel, indem sie die Hoden alle vier Woche bei einem Bad oder unter der Dusche auf Veränderungen abtasten.

Wenn Sie an Ihrem Hoden Veränderungen feststellen, die eventuell auf einen Hodentumor hindeuten, oder andere mögliche Symptome für Hodenkrebs bei Ihnen auftreten, sollten Sie diese von einem Urologen untersuchen lassen.



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