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Hodenkrebs

Hodenkrebs: Verlauf

Stand: 28. Februar 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Der Verlauf von Hodenkrebs ist in der Regel günstig, insbesondere, wenn die Erkrankung rechtzeitig erkrankt wird. Hodenkrebs gehört zu den Krebserkrankungen mit einer guten bis sehr guten Prognose. Im Stadium I, wenn also keine Lymphknoten- oder Fernmetastasen vorliegen, liegt die Heilungsrate bei 98 Prozent. Selbst in metastasierten Stadien sind die Erfolgsaussichten gut: Bei Seminomen liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate im Stadium III bei etwa 70 Prozent. Bei Nichtseminomen überleben durchschnittlich 60 Prozent der Erkrankten mindestens die ersten fünf Jahre nach Abschluss der Therapie.

Seminome weisen gegenüber den Nichtseminomen also eine günstigere Prognose auf. Sie gehören zu den Tumoren mit einem niedrigen Risiko. Bei den Nichtseminomen sind mehrere Faktoren bekannt, die sich negativ auf die Prognose auswirken. Dazu gehören die Tumorgröße, extrem hohe Werte für beta-HCG und AFP sowie das Einwachsen des Tumors in Gefäße.

Ungefähr fünf Prozent der Personen mit Hodenkrebs entwickeln im weiteren Verlauf einen Hodenkrebs auf der Gegenseite. Aus diesem Grund erfolgt bei der Entfernung des sicher erkrankten Hodens eine Gewebeentnahme aus dem Hoden der Gegenseite. Bei etwa fünf Prozent der Betroffenen kann bereits zu diesem Zeitpunkt eine sogenannte Testikuläre Intraepitheliale Neoplasie (TIN) nachgewiesen werden, die als Vorstufe eines späteren Hodenkrebses gilt. In diesen Fällen wird der Hoden bestrahlt. Durch die Strahlentherapie verschwinden allerdings die Keimzellen, es werden also keine Spermien mehr produziert und der Mann wird unfruchtbar. Die Testosteron-produzierenden Zellen sind hingegen widerstandsfähiger. Eine Hormonersatztherapie ist daher in der Regel nicht notwendig. Auch das Sexualleben ist nicht beeinträchtigt.

Um dem Risiko einer behandlungsbedingten Unfruchtbarkeit vorzubeugen, wird jungen Männern geraten, rechzeitig vor der Therapie Samen in einer Samenbank zu deponieren. Dort werden sie tiefgefroren eingelagert und können bei späterem Kinderwunsch wieder aufgetaut und zur künstlichen Befruchtung verwendet werden.

Während der Behandlung sowie ein weiteres Jahr danach sollten Verhütungsmittel eingesetzt werden, weil es durch die Behandlung zu einer erhöhten Rate an Fehlgeburten kommen kann. Bei fortbestehendem Kinderwunsch sind frühestens ein Jahr, nachdem die Behandlung abgeschlossen wurde, erneute Untersuchungen der Spermien sinnvoll.

Weiterlesen: Hodenkrebs: Vorbeugen

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