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Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust
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HodenkrebsHodenkrebs: TherapieStand: 28. Februar 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Für die Hodenkrebs-Therapie stehen Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie und die sogenannte Überwachungsstrategie zur Verfügung. Die Wahl des Therapieverfahrens hängt in erster Linie vom Tumorstadium ab. Die operative Entfernung des betroffenen Hodens (Orchiektomie) steht jedoch immer an erster Stelle in der Behandlung. Bevor weitere Therapiemaßnahmen eingeleitet werden, muss das Tumorstaging, also die Ausbreitungsdiagnostik bezüglich Lymphknoten- und Fernmetastasen, abgeschlossen sein. Da im Hoden verschiedene Zelltypen vorkommen, unterteilt man den Hodenkrebs je nach seinem Ursprung in zwei etwa gleich häufige Hauptgruppen: in Seminome und Nichtseminome. Therapie der SeminomeOperationDie Operation erfolgt immer über einen Zugang von der Leiste. Der betroffene Hoden wird vollständig mitsamt Nebenhoden und Samenstrang entfernt. Die Entfernung eines einzelnen Hodens hat keine Auswirkungen auf die Sexualität oder Zeugungsfähigkeit. Der Hoden der Gegenseite übernimmt weiterhin die Funktion der Spermien- und Testosteronproduktion. Allerdings kann bei jedem zweiten Tumorerkrankten die Samenbildung aus bisher nicht geklärten Gründen auch bei dem gesunden Hoden eingeschränkt sein. Aus dem Hoden der Gegenseite wird eine Gewebeprobe entnommen, um einen beidseitigen Befall auszuschließen. Anhand des entnommenen Gewebes kann der Zelltyp bestimmt werden, von dem der Hodenkrebs ausgeht, was für die weitere Behandlung und für die Prognose von entscheidender Bedeutung ist. Nach der Operation können Silikon-Hodenprothesen in den Hodensack eingefügt werden, die ein völlig normales Aussehen der Genitalregion im unbekleideten Zustand oder in einer Badehose wiederherstellen. Unterstützende Therapie (adjuvante Therapie)Unter einer adjuvanten Therapie versteht man eine Therapie, die zusätzliche zur Operation erfolgt. Die adjuvante Therapie kann in einer Strahlentherapie, einer Chemotherapie oder einer sogenannten Überwachungsstrategie bestehen und hängt von der Art des Hodenkrebses sowie dem Erkrankungsstadium ab. Hat sich der Hodenkrebs mit hoher Wahrscheinlichkeit (noch) nicht über den Hoden hinaus ausgebreitet, kann unter regelmäßiger, kurzfristiger Kontrolle abgewartet werden: Ein Tumorrückfall (Rezidiv) oder Metastasen soll mithilfe dieser Überwachungsstrategie so rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Die Heilungschancen dieser Betroffenen scheinen bisher gegenüber den adjuvant behandelten nicht verschlechtert zu sein. Die psychische Belastung ist allerdings angesichts einer Rezidivrate von fast 20 Prozent nicht unerheblich. In frühen Tumorstadien, wenn der Tumor auf den Hoden beschränkt ist, erfolgt meist eine adjuvante Strahlentherapie der Lymphabflusswege entlang der großen Gefäße zwischen dem 11. Brustwirbelkörper und dem 4. Lendenwirbelkörper sowie entlang der Beckengefäße auf der betroffenen Seite. Mit der Strahlentherapie sollen alle eventuell oder tatsächlich vorhandenen Tochtergeschwülste im Bauchraum vernichtet beziehungsweise der Tumor an der Ausbreitung gehindert werden. Die erforderliche Gesamtdosis der Strahlen ist verhältnismäßig niedrig und mit wenig unerwünschten Wirkungen verbunden. Alternativ kann im Stadium I des Hodenkrebses eine platinhaltige Chemotherapie erfolgen, die sonst als "Polychemo" (d.h. als Kombination mehrerer Tumormedikamente) für die höheren Stadien ab IIC vorgesehen ist. In den fortgeschrittenen Stadien (IIA und B) kommt die adjuvante Strahlentherapie der Lymphabflusswege, ab Stadium IIC (Lymphknotenmetastasen > 5 cm) die Polychemotherapie zum Einsatz. Letztere richtet sich nach bestimmten Schemata (z.B. PEB-Schema mit Platin bzw. Cisplatin, Etoposid und Bleomycin). Weiterlesen: Hodenkrebs: Therapie – Therapie der Nicht-Seminome Das könnte Sie auch interessieren
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