Hodenhochstand (Maldescensus testis): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. Januar 2015)

Beim Hodenhochstand (Maldescensus testis) können ein oder beide Hoden nicht im Hodensack (Skrotum) ertastet werden. Die Hoden liegen dabei meist entweder im Leistenkanal oder in der Bauchhöhle.

Normalerweise wandert der Hoden beim ungeborenen Jungen während der Entwicklungsphase im Mutterleib aus der Bauchhöhle bis in den Hodensack (Descensus testis) hinab. In der Regel treten die Hoden im siebten Schwangerschaftsmonat in den Hodensack ein. Bei einem männlichen Säugling sollten also die Hoden im Hodensack tastbar sein. Ist dies nicht der Fall, senkt sich der Hoden oft noch spontan im ersten Lebenshalbjahr. Bei Frühgeborenen tritt ein Hodenhochstand entsprechend der noch unreifen Entwicklung häufiger auf, verschwindet jedoch in vielen Fällen wieder.

Je nach Lokalisation des Hodens unterscheidet man verschiedene Varianten des Hodenhochstands, die jeweils ein- oder beidseitig auftreten können:

  • Bauchhoden: Beim Bauchhoden (Retentio testis abdominalis) liegt der Hoden noch in der Bauchhöhle und ist daher nicht tastbar.
  • Leistenhoden: Beim Leistenhoden (Retentio testis inguinalis) liegt der Hoden im Leistenkanal und kann von dort aus nicht verschoben werden. In der Regel kann der Leistenhoden ertastet werden.
  • Gleithoden: Der Gleithoden (Retentio testis präscrotalis) liegt im Eingangsbereich zum Hodensack. Er ist dort weit oben zu ertasten und kann auch in den Hodensack herabgezogen werden. Anschließend gleitet er aber sofort in die Ausgangslage zurück.
  • Pendelhoden: Der Pendelhoden ist eine Variante des Hodenhochstands und nicht als krankhaft anzusehen. Der Hoden liegt normalerweise im Hodensack, er wird jedoch häufig reflexartig, beispielsweise bei Kälte oder Stress, durch den Hodenhebermuskel (Musculus cremaster) nach oben gezogen.
Hodenhochstand

links: normale Hodenlage, rechts: Hodenhochstand

Häufigkeit

Etwa 0,7 bis 3 Prozent aller zum normalen Zeitpunkt geborenen Jungen haben einen ein- oder beidseitigen Hodenhochstand. Bei Frühgeburten kommt ein Hodenhochstand häufiger vor. Hier liegt die Häufigkeit bei bis zu 30 Prozent. Bei den meisten betroffenen Jungen steigen die Hoden innerhalb des ersten Lebenshalbjahres in den Hodensack ab. Dann ist normalerweise keine Behandlung notwendig. Bleibt der Hodenhochstand jedoch weiterhin bestehen, ist eine Therapie erforderlich.


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