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Hodenentzündung (Orchitis)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. April 2015)

Die Hodenentzündung (Orchitis) ist eine vor allem durch Viren oder Bakterien ausgelöste Entzündung der Hoden. Die Entzündung entwickelt sich ein- oder beidseitig und verläuft in akuter oder auch in chronischer Form. Meist tritt die Hodenentzündung zusammen mit einer Nebenhodenentzündung (Epididymitis) auf – Experten sprechen dann von einer sogenannten Epididymoorchitis.

Auslöser einer akuten Hodenentzündung sind häufig Mumpsviren: Bei etwa jedem dritten bis sechsten erwachsenen Mann mit Mumps (im Volksmund auch Ziegenpeter genannt) tritt als Komplikation eine Hodenentzündung auf.

Neben den Mumpsviren können auch andere Viren oder auch Bakterien eine Orchitis auslösen. In seltenen Fällen entsteht die Hodenentzündung durch schwere Gewalteinwirkungen, zum Beispiel durch eine Verletzung des Hodens. Vereinzelt können auch autoimmune, das heißt durch das Abwehrsystem verursachte Vorgänge, für eine Hodenentzündung verantwortlich sein.

Geschlechtsorgane des Mannes

Bei der Hodenentzündung ist der Hoden angeschwollen und die Haut über dem Hodensack gerötet.

Eine Hodenentzündung kann verschiedene Beschwerden hervorrufen. Die typischen Symptome einer akuten Orchitis sind:

  • Hodenschmerzen,
  • ausstrahlende Schmerzen in der Leistengegend, im Unterbauch oder im unteren Rücken,
  • Fieber,
  • allgemeines Krankheitsgefühl,
  • Schwellung der Hoden und
  • Rötung der äußeren Haut des Hodensacks.

Die Symptome einer Hodenentzündung kommen allerdings auch bei anderen Erkrankungen der Hoden vor – etwa bei einer Drehung des Hodens um die Längsachse (Hodentorsion), bei einer akute Nebenhodenentzündung (Epididymitis) oder bei Hodentumoren. Um bei der Diagnose festzustellen, ob wirklich eine Hodenentzündung vorliegt, sind folgende Untersuchungen geeignet:

In seltenen Fällen ist es zusätzlich erforderlich, den Hoden operativ freizulegen, um die Diagnose zu sichern.

Die gegen eine Hodenentzündung eingesetzte Behandlung hängt von der Entzündungsursache ab: Haben Viren die Orchitis verursacht, besteht die Therapie hauptsächlich aus unterstützenden sowie schmerzlindernden Maßnahmen wie Bettruhe, Hochlagerung und Kühlung des Hodensacks. Außerdem wirken sich entzündungshemmende, schmerzstillende Medikamente positiv auf den Verlauf der Hodenentzündung aus. Gegen eine Hodenentzündung durch Mumpsviren kommt bei Erwachsenen das Medikament α-Interferon manchmal zum Einsatz. Stecken Bakterien hinter der Hodenentzündung, helfen hingegen Antibiotika.

Da Mumps zu den häufigen Ursachen der Hodenentzündung zählt, ist es ratsam, sich vorbeugend durch eine Impfung zu schützen. Dies geschieht am besten schon während der Kindheit.

In der Regel klingt eine Hodenentzündung nach etwa einwöchiger Dauer wieder ab – in seltenen Fällen kann die Orchitis allerdings auch zu verschiedenen Komplikationen führen.

Als schwerwiegendste Komplikation der Orchitis kann das Hodengewebe so stark geschädigt sein, dass dies die Zeugungsfähigkeit eingeschränkt, beziehungsweise zur Sterilität (Zeugungsunfähigkeit) führt.


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