Hodenentzündung (Orchitis): Was steckt dahinter?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. April 2015)

Eine akute Hodenentzündung (Orchitis) hat ihre Ursachen in der Regel in einer Infektion: Meist lösen Viren die Entzündung der Hoden aus, seltener stecken Bakterien dahinter.

Die Erreger gelangen entweder über den Blutweg oder von benachbarten Strukturen – beispielsweise bei einer Nebenhodenentzündung – in den Hoden. In Einzelfällen ist eine akute Hodenentzündung nicht die Folge einer Infektion, sondern entsteht durch schwere Gewalteinwirkungen, zum Beispiel durch eine Verletzung des Hodens.

Die häufigste Ursache für eine Orchitis ist eine Mumps-Infektion: Bei den Erregern handelt es sich um sogenannten Paramyxoviren. Daneben kann eine Hodenentzündung auch durch andere Viren verursacht werden. Diese wiederum rufen auch folgende Erkrankungen hervor:

Die seltenere durch Bakterien verursachte Orchitis zeigt sich meistens durch ein eitrig entzündetes Hodengewebe. Die Bakterien, die die Hodenentzündung auslösen, stammen entweder von einer Harnröhrenentzündung (Urethritis) oder Prostataentzündung (Prostatitis), von der sie über die Harnröhre zu den Hoden gelangt sind, oder sie haben sich bei einem Befall der Nebenhoden oder Hodenhüllen auf den benachbarten Hoden ausgebreitet. Oft geht die bakterielle Hodenentzündung auf sexuell übertragbare Krankheiten wie Syphilis oder Tripper (Gonorrhoe) zurück.

Außerdem können bakterielle Infektionen über den Blutweg zu einer Orchitis führen: So kann zum Beispiel durch A-Streptokokken bei Scharlach eine Hodenentzündung entstehen. Bei Kindern kommen für eine bakterielle Hodenentzündung als Ursachen auch Pneumokokken und Salmonellen infrage.

Chronische Hodenentzündung

Eine chronische Hodenentzündung, die ihre Ursache in einer Infektionen hat, kommt in Mitteleuropa seltener vor. Eine solche chronische Orchitis (auch spezifische chronisch-granulomatöse Orchitis genannt) entsteht durch Erkrankungen wie Syphilis, Tuberkulose oder Lepra.

Es ist auch eine nicht-infektiöse chronische Form der Hodenentzündung bekannt, deren Ursachen sogenannte autoimmune Vorgänge sind: Dabei bildet das Abwehrsystem Antikörper und Blutzellen, die körpereigenes Gewebe angreifen und über einen längeren Zeitraum hinweg das Hodengewebe zerstören. Diese sogenannte unspezifische chronisch-granulomatöse Orchitis tritt einseitig und meist bei Männern mit Blasenentleerungsstörungen im Alter zwischen 60 und 70 Jahren auf.


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