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Rund um das Thema AIDS

HIV-PEP (HIV-Postexpositionsprophylaxe)

Im Notfall

Stand: 6. August 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Bei Sexpannen

Geht beim Safer Sex mit dem HIV-positiven Partner etwas schief und das Kondom reißt zum Beispiel, sollten Sie so schnell wie möglich Notfallmaßnahmen ergreifen. Diese Notfallmaßnahmen können das Infektionsrisiko jedoch nur ein kleines bisschen senken. Im Anschluss sollte Sie deshalb so rasch wie möglich (am besten innerhalb von 2 bis 24 Stunden) ein Krankenhaus aufsuchen, um eine HIV-PEP (HIV-Postexpositionsprophylaxe) zu beginnen.

Maßnahmen:

  • Waschen Sie nach ungeschütztem eindringendem Geschlechtsverkehr den Penis unter fließendem Wasser gut mit Seife ab. Ziehen Sie dabei die Vorhaut zurück und reinigen Sie auch (sanft) die Eichel und die Innenseite der Vorhaut. Üben Sie nicht zu viel Druck auf die Schleimhäute aus, damit Sie diese nicht verletzen und eventuell vorhandenen HI-Viren eine Eintrittspforte bieten.
  • Verzichten Sie bei ungeschütztem empfangendem Vaginal- oder Analverkehr auf Scheiden- oder Darmspülungen! Hierbei besteht die Gefahr, dass kleine Verletzungen der Schleimhaut entstehen und HI-Viren leichter eindringen können.
  • Haben Sie Samenflüssigkeit eines HIV-positiven Partners in den Mund aufgenommen, spucken Sie diese möglichst rasch aus. Spülen Sie danach den Mund vier- bis fünfmal kurz (circa 15 Sekunden) mit Wasser aus. Das Wasser muss ebenfalls ausgespuckt werden (nicht schlucken).
  • Ist Samenflüssigkeit eines HIV-positiven Partners ins Auge gelangt, spülen Sie das Auge so rasch wie möglich mit Wasser aus.

Im Beruf

In manchen Berufen besteht die Gefahr, sich durch das Blut eines HIV-positiven Patienten zu infizieren, etwa im Krankenhaus. Zum Beispiel weil es beim Handhaben einer gerade benutzten Kanüle oder bei einer Blutabnahme zu einer Verletzung der eigenen Haut kommt. Nach so einem Zwischenfall sollten Sie möglichst innerhalb von Sekunden reagieren:

  • Fördern Sie nach einer Stich- oder Schnittverletzung den Blutfluss, indem Sie etwa eine Minute lang oder länger auf das umliegende Gewebe drücken, jedoch nicht direkt auf den Einstichbereich. Behandeln Sie die Verletzung danach mit antiseptischen Mitteln oder auch einem Händedesinfektionsmittel. Je nach Hersteller muss dieses einige Sekunden bis Minuten einwirken.
  • Ist verletzte Haut oder beschädigtes Gewebe des Auges oder der Mundhöhle mit HIV-infiziertem Material in Kontakt gekommen, reinigen Sie die Haut gründlich mit Wasser und Seife und spülen Sie sie danach intensiv mit einem antiseptischen Mittel. Spülen Sie das Auge mit der am schnellsten erreichbaren, geeigneten Flüssigkeit, z.B. mit Kochsalzlösung oder Leitungswasser. Ist infiziertes Material in die Mundhöhle gelangt, spucken Sie dieses sofort aus und spülen Sie den Mund mehrfach kurz (ca. vier- bis fünfmal je 15 Sekunden) mit Wasser gründlich aus. Schlucken Sie das Wasser nicht, sondern spucken Sie es ebenfalls aus.

Danach ist zu entscheiden, ob eine HIV-PEP notwendig ist oder nicht.

Lesen Sie in diesem Beitrag zum Thema

HIV-PEP (HIV-Postexpositionsprophylaxe)

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