Startseite > Krankheiten > HIV und AIDS > HIV und AIDS: Historisches > Die Entdeckung des HI-Virus
Stand: 13. August 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Anfang der 1980er Jahre beobachtete man in den USA ungewöhnliche Krankheitsfälle: Viele homosexuelle Männer litten an lebensbedrohlichen Infektionen von Erregern, die für einen gesunden Menschen in der Regel nicht gefährlich sind. Bei den Betroffenen traten eher seltene Krankheiten auf, die typischerweise nur bei immungeschwächten Menschen vorkommen: Hierzu zählen beispielsweise Parasitenbefall, spezielle Krebsarten (z.B. Kaposi-Sarkom) oder Lungenentzündungen wie die Pneumocystis-Carinii-Pneumonie.
Es stellte sich heraus, dass die rätselhafte Immunschwächekrankheit, die offenbar für die Beschwerden verantwortlich war, durch sexuelle Kontakte sowie Blut übertragen wird. Blutuntersuchungen zeigten, dass bei den Betroffenen wichtige Zellen des Immunsystems (sog. T-Helferzellen) kaum noch vorhanden waren. Fehlen diese Zellen, ist die Immunabwehr so geschwächt, dass schwere Krankheiten die Folge sind. Zu diesem Zeitpunkt glaubte man noch, dass die Krankheit nur homosexuelle Männer betrifft. Unter den Betroffenen fanden sich jedoch zunehmend auch nicht-homosexuelle Personen. Vermutlich waren erste Fälle von HIV/AIDS schon viele Jahre zuvor erstmals aufgetreten.
1982 begann man in Deutschland am Robert Koch-Institut damit, ein zentrales Fallregister zu führen, in welchem bis heute freiwillige, anonyme Berichte von Ärzten gesammelt und ausgewertet werden.
1983 gelang es dem Wissenschaftler Luc Montagnier, das Human Immunodeficiency Virus (HIV) zu isolieren, welches nach Jahren zu AIDS (Acquired Immuno Deficiency Syndrome) führen kann, einer erworbenen Immunschwäche. Im Jahr darauf verkündete der Forscher Robert Gallo schließlich offiziell die Entdeckung des Virus.
Mitte der 1980er Jahre waren bereits mehrere Tausende an der Krankheit verstorben, die jetzt offiziell den Namen "AIDS – Acquired Immuno Deficiency Syndrome" erhielt.
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