Startseite > Krankheiten > HIV und AIDS > HIV und AIDS FAQ > Wie kann man eine HIV-Infektion behandeln?
Stand: 12. August 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Bis heute ist es nicht möglich, das HI-Virus vollständig zu bekämpfen. Doch seit den 90er Jahren gibt es Medikamente, die die Vermehrung der HI-Viren verhindern und auch die Menge der Viren verringern können. Unter den Einflüssen der Therapie können die Viren kaum noch Schaden anrichten, sodass ein Mensch mit dem HI-Virus sehr lange leben kann und eine nahezu normale Lebenserwartung hat.
Wichtig ist es, rechtzeitig mit der Therapie zu beginnen, bevor die HI-Viren den Körper schädigen können. Wer mit HIV infiziert ist, muss sein Leben lang Medikamente einnehmen. Bei der Behandlung von HIV kommen immer mehrere Medikamente zum Einsatz (Kombinationstherapie). Diese verhindern, dass das HI-Virus in andere Zellen eindringt oder dass das HI-Virus die Vorgänge in Körperzellen steuert. Einige Medikamente bewirken, dass infizierte Zellen keine Viren freigeben. Ziel der Therapie ist es, eine weitere Vermehrung des HI-Virus zu stoppen.
Bei Unverträglichkeiten oder Resistenzbildung müssen Betroffene die Therapie abbrechen beziehungsweise die Therapie verliert ihre Wirksamkeit. Da sich das HI-Virus im Körper stetig verändert, kann ein zuvor noch wirksames Medikament mit der Zeit unwirksam werden – die veränderten Stämme (sog. Mutanten) sind dann unempfindlich (resistent) gegen das Medikament und können sich weiter ausbreiten. Um Resistenzen von vornherein auszuschließen, wird meist direkt eine Kombination von zwei bis drei verschiedenen Medikamenten verabreicht.
Ziel der HIV-Therapie ist es außerdem, die Menge der Viren im Blut zu reduzieren. Bei gutem Therapieerfolg steigt die Zahl der Helferzellen wieder an, sodass sich das Immunsystem etwas regeneriert.
Die HIV-/AIDS-Therapie kann je nach Medikament vielfältige Nebenwirkungen hervorrufen. Am Anfang der Therapie kann es zu Durchfällen, Übelkeit, Hautausschlägen oder Kopfschmerzen kommen. Meistens verschwinden diese Beschwerden jedoch nach einigen Wochen wieder.
Darüber hinaus kann es zu Langzeitnebenwirkungen kommen, die in der Regel problematischer verlaufen. Dazu gehören schmerzhafte Entzündungen der Nerven in Armen und Beinen (Neuropathien) oder Störungen des Fettstoffwechsels und einer Fettumverteilungsstörung (Lipodystrophie). Dabei bildet sich das Körperfettgewebe an manchen Körperstellen wie Gesicht oder Armen zurück, an anderen Stellen nimmt das Fettgewebe hingegen zu, wie zum Beispiel zwischen den Organen im Bauchraum oder am Nacken.
Einige HIV-Medikamente beeinflussen das Gehirn und das zentrale Nervensystem, sodass es zu heftigen Träumen und Erregungszuständen kommen kann. In manchen Fällen verursachen die Medikamente mitunter dauerhafte Organschädigungen wie zum Beispiel Leberversagen.
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