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HIV und AIDS: FAQ

Was bewirkt HIV im Körper?

Stand: 12. August 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Das HI-Virus dringt vor allem in die sogenannten Helferzellen des Immunsystems ein und vermehrt sich dort. Die Helferzellen haben unter anderem die Aufgabe, andere Zellen des Immunsystems bei der Abwehr von Krankheitserregern zu steuern. Sie sorgen für eine reibungslose Zusammenarbeit der verschiedenen Zellen des Abwehrsystems.

Der Körper reagiert auf eine HIV-Infektion, indem er Abwehrstoffe und Immunzellen bildet, um den Eindringling zu bekämpfen. Trotz dieser Abwehrmechanismen gelingt es dem Körper nicht, das HI-Virus komplett zu beseitigen. Wird eine HIV-Infektion nicht behandelt, können HI-Viren das Immunsystem weiter schädigen. Sie zerstören einen kleinen Teil der Helferzellen sofort. Darüber hinaus behindern sie die übrigen Helferzellen, das Abwehrsystem des Körpers zu steuern – es kommt zu eingeschränkten oder fehlgesteuerten Abwehrreaktionen. Mit sinkender Zahl an funktionsfähigen Helferzellen sinkt auch die Schutzfunktion des Immunsystems: Krankheiterreger können den Körper ungehindert befallen. Bei zunehmender Schwäche des Immunsystems können sich lebensbedrohliche Infektionskrankheiten entwickeln und verschiedene Krebsarten entstehen.

Wie verläuft eine HIV-Infektion und welche Symptome treten dabei auf?

Eine HIV-Infektion verläuft nicht bei jedem Menschen gleich. In den ersten Wochen nach der Ansteckung kommt es zu einer starken Vermehrung des HI-Virus im Körper. In dieser Zeit befinden sich sehr viele Viren in Samenflüssigkeit, Scheidensekret, Blut und bestimmten Schleimhäuten und die Ansteckungsgefahr für andere Personen ist besonders groß.

Zwei bis sechs Wochen nach der Ansteckung mit dem HI-Virus kann es zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall, Abgeschlagenheit, Hautausschlag und Lymphknotenschwellungen kommen. Nach kurzer Zeit bilden sich die Symptome von selbst zurück und werden oft als harmlose Grippe oder Darminfektion fehlgedeutet. In den ersten drei Monaten nach der Infektion bildet der Körper Antikörper, um das HI-Virus auszuschalten. Die Antikörper können das HI-Virus jedoch lediglich eine Zeit lang kontrollieren, aber nicht beseitigen.

Es ist durchaus möglich, dass ein HIV-positiver Mensch auch ohne Behandlung jahrelang beschwerdefrei bleibt und sich völlig gesund fühlt. Trotzdem vermehrt sich das Virus im Körper weiter und hinterlässt Schäden am Abwehrsystem und den Organen. Der Körper wird anfälliger für Krankheiten und es kommt immer häufiger zu Fieber, Nachtschweiß, Durchfall geschwollenen Lymphknoten oder starker Gewichtsabnahme.

Wird eine HIV-Infektion nicht medikamentös behandelt, kann sich das Immunsystem irgendwann nicht mehr vor Krankheitserregern schützen. Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Pilzbefall der Speiseröhre oder verschiedene virenbedingte Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs oder Lymphome können sich ungehindert ausbreiten. In diesem Stadium spricht man von AIDS.

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