Hitzeerschöpfung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (27. Juni 2017)

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Bei Verdacht auf eine Hitzeerschöpfung sollte man umgehend den Schatten aufsuchen, sich flach hinlegen und ausreichend trinken – am besten isotonische Getränke oder Brühen, um zugleich Elektrolyte zuzuführen, andernfalls Mineralwasser, Saft-Schorlen oder Kräutertee. Eventuell kann es nötig sein, die Füße hochzulagern.

Ist die betroffene Person nicht mehr ansprechbar, sollten Sie diese in die stabile Seitenlage bringen und einen Notarzt rufen.

Was ist eine Hitzeerschöpfung?

Medizinisch gehört die Hitzeerschöpfung zur Gruppe der Hitzeschäden, zu der auch Sonnenstich und Hitzschlag zählen. Sie entsteht, wenn man mehr Flüssigkeit verbraucht als aufnimmt.

Hitzeerschöpfung: Symptome

Je nach Ausmaß des Flüssigkeitsverlusts kann eine Hitzeerschöpfung leichte bis schwere Beschwerden verursachen:

  • Bei einem Flüssigkeitsverlust bis zu drei Prozent des Körpergewichts (etwa 2,5 Liter bei einer 80 Kilogramm schweren Person) spürt der Betroffene verstärkt Durst und eventuell einen leichten Schwindel.
  • Verliert der Körper bis zu sechs Prozent seines Gewichts (etwa 5 Liter bei einer 80 Kilogramm schweren Person) an Flüssigkeit, kommt es zu Muskelschmerzen und Koordinationsproblemen. Der Betroffene ist müde und desorientiert.
  • Halten die Flüssigkeits- und Elektrolytverluste an, kann das schwere Folgen haben: Atemnot, Bewusstseinstrübungen bis hin zur Bewusstlosigkeit und Krampfanfälle sind möglich. Bleibt eine angemessene Therapie aus, kann der Zustand des Betroffenen lebensgefährlich werden.

Weitere Symptome einer Hitzerschöpfung sind:

Im Gegensatz zum Hitzschlag ist die Körpertemperatur bei einer Hitzeerschöfpung nicht erhöht.

Hitzeerschöpfung: Ursachen

Zu einer Hitzeerschöpfung kann es kommen, wenn man sich über längere Zeit bei hohen Temperaturen körperlich anstrengt, ohne dabei ausreichend zu trinken. Durch Trinken würde man das durch Schwitzen und eine verstärkte Atmung verlorengegangene Wasser ersetzen und die Elektrolytverluste ausgleichen.

Beispiele für Situationen, in denen eine Hitzeerschöpfung auftritt, sind:

  • größere Wanderungen
  • sportliche Aktivitäten
  • körperliche Arbeit im Sommer

Bei hohen Temperaturen (Umgebungstemperatur, körperliche Anstrengung) versucht der Körper, überschüssige Wärme abzugeben und sich zu kühlen, um die Körpertemperatur zu regulieren. Dies geschieht zum einen über vermehrtes Schwitzen. Dabei verliert der Körper jedoch in erhöhtem Maße Flüssigkeit und Elektrolyte. Das Blut dickt ein und das Herz muss stärker pumpen, um ausreichend Blut durch den Kreislauf zu transportieren. Außerdem weiten sich die Blutgefäße in der Haut, um über eine verbesserte Durchblutung vermehrt Wärme abgeben zu können.

Hält dieser Zustand über längere Zeit an, steht den inneren Organen nicht mehr ausreichend Blut zur Verfügung: Es folgen die typischen Symptome einer Hitzeerschöpfung.

Manche Personen haben ein erhöhtes Risiko, dass schon eine verhältnismäßig geringe Belastung bei hohen Temperaturen zu einer Hitzeerschöpfung führt. Dazu zählen:

Der Grund: Die Hautoberfläche kleiner Kinder ist zu gering, um bei großer Hitze durch Schwitzen ihre Körpertemperatur regulieren zu können. Bei älteren Menschen funktioniert die Wärmeregulierung altersbedingt nicht mehr vollständig. Bei Kranken ist häufig das Herz-Kreislauf-System geschwächt, sodass der Körper nicht angemessen auf hohe Temperaturen reagieren kann.

Hitzeerschöpfung: Diagnose

Die typischen Symptome sowie ein entsprechend warmes Klima lassen bereits auf eine Hitzeerschöpfung schließen. Gibt der Betroffene zudem an, nicht ausreichend Flüssigkeit aufgenommen und sich vermehrt körperlich betätigt zu haben, liegt die Diagnose nahe.

Blasse, kühle und leicht feuchte Haut grenzt die Hitzeerschöpfung zudem von einem Hitzschlag ab. Ein Hitzschlag äußert sich durch hochrote, heiße und trockene Haut:

  • Hitzeerschöpfung: Haut ist blass, kühl und feucht.
  • Hitzschlag: Haut ist hochrot, heiß und trocken.

Hitzeerschöpfung: Behandlung

Bei einer Hitzeerschöpfung sollten umgehend Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet und bei Bewusstlosigkeit der Notarzt verständigt werden.

Zu den Sofortmaßnahmen gehören:

  • Lagern Sie den Betroffenen möglichst im Schatten flach mit leicht erhöhten Beinen. Bei Bewusstlosigkeit in der stabilen Seitenlage.
  • Lockern Sie beengende Kleidung.
  • Verabreichen Sie ihm schluckweise mineralhaltige Getränke – besonders geeignet sind Wasser, Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetee, Saftschorle und Brühe.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Bewusstsein, Atmung und Puls und leiten Sie gegebenenfalls Notfall-Maßnahmen wie eine Wiederbelebung ein.

Hitzeerschöpfung: Verlauf

Wer bei sich erste Anzeichen einer Hitzeerschöpfung feststellt, sollte sich körperlich schonen, einen Ort mit geringerer Temperatur aufsuchen (z.B. Schatten, Haus) und ausreichend Flüssigkeit aufnehmen. Die Hitzeerschöpfung dauert dann nicht lange an und die Symptome vergehen meist selbstständig und folgenlos.

Ignoriert man die Warnzeichen einer Hitzeerschöpfung oder bemerkt man sie nicht, verliert der Körper immer mehr Wasser und Elektrolyte. Dies kann zu Hitzekrämpfen bis hin zum Kreislaufkollaps führen – vor allem, wenn der Betroffene versucht, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust allein durch kochsalzarme Getränke (z.B. reines Wasser) zu ersetzen.

Wichtig ist, auch die über den Schweiß ausgeschiedenen Salze zuzuführen.

Weitere mögliche Folge einer nicht behandelten Hitzeerschöpfung: Sie kann in einen Hitzschlag und im weiteren Verlauf zu schwereren Reaktionen bis hin zum Koma führen. In sehr ausgeprägten Fällen gerät der Betroffene in Lebensgefahr.

Hitzeerschöpfung: Vorbeugen

Einer Hitzeerschöpfung können Sie vorbeugen, indem Sie bei großer Hitze keine schwere körperliche Arbeit verrichten und auf Sport im Freien oder in einer überheizten Sporthalle verzichten. Außerdem sollten Sie luftige, nicht einengende Kleidung tragen.

Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken und Mineralstoffe zuzuführen – besonders, wenn sich körperliche Arbeit nicht vermeiden lässt. Gut geeignet sind Wasser, Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees sowie Saftschorlen und Brühen. Auch saftiges Obst und Gemüse liefert Flüssigkeit.

Verzichten Sie bei großer Anstrengung in der Hitze auf Alkohol, sehr zuckerhaltige und sehr kalte Getränke.

Hitzeerschöpfung: Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Hitzschlag
Sonnenstich

Linktipps:

www.dwd.de
Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 12.3.2017)

Karutz, H. et al.: Kursbuch Erste Hilfe. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2011

Malteser Hilfsdienst (Hg.): Erste-Hilfe-Handbuch. Dorling Kindersley, München 2010

Schmidt, F. et al: Physiologie des Menschen. Springer, Heidelberg 2010

Aktualisiert am: 27. Juni 2017

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