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Histaminintoleranz (Histamin­unverträglichkeit)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (10. Juli 2012)

Manchen Menschen geht nach dem Genuss von Rotwein oder Weizenbier sofort die Nase zu oder beginnt zu laufen. Andere bekommen nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel plötzlich Hautrötungen, Juckreiz oder Magen-Darm-Beschwerden. Mögliche Ursache ist eine Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit) – sie kann sich ganz unterschiedlich äußern.

Bei einer Histaminintoleranz kommt es nach dem Verzehr histaminhaltiger Nahrungsmittel zu scheinbar allergischen Beschwerden – aus diesem Grund zählt diese Erkrankung auch zu den sogenannten Pseudoallergien. Typische Symptome einer Histaminunverträglichkeit sind

nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel. Betroffene vermuten anfangs meist eine Lebensmittelallergie hinter ihren Beschwerden.

Normalerweise baut der Körper Histamin aus der Nahrung im Dünndarm mithilfe von Enzymen rasch ab. Die meisten Menschen haben deshalb in der Regel keine Probleme durch histaminhaltige Nahrung. Bei etwa einem von 100 Deutschen scheint dieser Abbau jedoch nicht richtig zu funktionieren und führt in der Folge zu einer Histaminunverträglichkeit.

Verantwortlich für den Abbau von Histamin im Dünndarm ist vor allem das Enzym DAO (Diaminoxidase). Experten vermuten, dass die Beschwerden entstehen, weil die Betroffenen entweder nicht genug DAO produzieren oder das Enzym bei ihnen weniger aktiv ist. Dadurch könnte sich mehr Histamin bei ihnen ansammeln und zu Beschwerden führen. Aber auch bestimmte Medikamente, akute Darminfekte oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen können eine Histaminunverträglichkeit fördern.

Um eine Histaminintoleranz festzustellen, müssen zuerst andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen werden, wie etwa eine Nahrungsmittelallergie oder eine entzündliche Darmerkrankung.

Kommen keine anderen Ursachen infrage, kann vor allem eine Ernährungsumstellung zu weiteren Erkenntnissen führen. Hierbei ernährt sich der Betroffene zuerst ein paar Tage nur mit histaminarmen Nahrungsmitteln (z.B. mit der sog. Kartoffel-Reis-Diät). Liegt tatsächlich eine Histaminintoleranz vor, sollten sich die Beschwerden währenddessen bessern. Indem man nach und nach wieder Speisen zulässt, kann man anschließend austesten, welche histaminhaltigen Nahrungsmittel der Betroffene verträgt, ohne dass Symptome auftreten.

Histamin zählt zu den sogenannten biogenen Aminen und entsteht als Abbauprodukt aus der Aminosäure Histidin. Auch Bakterien bauen die Aminosäure Histidin zu Histamin ab. Deshalb enthalten besonders jene Nahrungsmittel viel Histamin, bei denen Bakterien in der Verarbeitung oder Reifung eine Rolle spielen – so zum Beispiel bei Wein, Bier oder Käse. Reifer Käse enthält entsprechend mehr Histamin als junger Käse und wird bei Histaminintoleranz normalerweise auch schlechter vertragen.

Wie eine Histaminintoleranz genau entsteht, ist teilweise jedoch noch ungeklärt, sodass weitere Forschungsarbeiten notwendig sind.






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