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Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust
Forum Krebserkrankungen
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Stand: 22. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Krampfanfälle gehören ebenfalls zu den typischen Hirntumor-Symptomen. Etwa jeder dritte Mensch mit einem Hirntumor ist von diesen sogenannten epileptischen Anfällen betroffen. Dabei handelt es sich um unkontrollierte, krankhafte Entladungen einzelner Nervenzellen, die auf die Nachbarzellen überspringen und letztlich zu Muskelkrämpfen führen. Man unterscheidet zwischen sogenannten fokalen und generalisierten Krampfanfällen.
Bei fokalen Anfällen beschränken sich die Nervenentladungen auf einen bestimmten Hirnbezirk. Je nach Region sind die Symptome unterschiedlich. Der Betroffene kann Zuckungen einer Körperhälfte, eines Arms oder eines Beins haben, er kann plötzlich einschlafen, sehr komplexe Bewegungen ausführen oder mitten im Gespräch sekundenlang stocken. Diese Handlungen geschehen unbewusst – die Betroffenen erinnern sich anschließend nicht mehr an das Ereignis (Amnesie). Gelegentlich kündigt sich ein Anfall vorher an, etwa durch Geschmacks- oder Geruchshalluzinationen.
Generalisierte Nervenentladungen breiten sich über weite Hirnbereiche aus. Sie können beispielsweise durch Zuckungen der Gliedmaßen oder eine plötzliche geistige Abwesenheit eingeleitet werden. Die Zuckungen hören meist spontan nach wenigen Minuten auf. Es kann aber auch zu einer Ausbreitung des Krampfs im Gehirn kommen: Der Betroffene wird bewusstlos, stürzt auf den Boden, beißt sich auf die Zunge und nässt ein. Häufig hat er dabei Schaum vor dem Mund. Dieser Zustand der Bewusstlosigkeit kann durch Verletzungen beim Sturz oder durch Verschlucken von Erbrochenem lebensbedrohlich werden. Anders als bei den fokalen Anfällen lässt sich beim generalisierten Anfall nicht auf die Lage eines Hirntumors im Gehirn schließen.
Speziell ein Hirntumor in der Stirnregion kann Symptome wie Wesensveränderungen, also Veränderungen der Persönlichkeit, verursachen. Die Patienten leiden manchmal auch unter Verhaltens- und Antriebsstörungen. Der Betroffene wird seinen Angehörigen fremd – mitunter treten aber bestimmte Charakterzüge besonders verstärkt hervor. Die Wesensveränderungen verlaufen oft aber auch so schleichend, dass selbst Angehörige des Erkrankten sie nicht bemerken.
Zu den auffälligen Änderungen im Verhalten zählen unter anderem Teilnahmslosigkeit und rasche Erregbarkeit bis hin zur Aggressivität. Allerdings ist es wichtig, zu bedenken, dass solche Wesensveränderungen weit häufiger eine psychische Erkrankung (z.B. Depression oder Schizophrenie) zur Ursache haben als einen Gehirntumor.
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