Hirnmetastasen: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Januar 2016)

Besteht der Verdacht auf Hirnmetastasen, spielen bei der Diagnose bildgebende Verfahren eine wichtige Rolle: Vor allem die Magnetresonanztomographie (MRT) mit oder ohne Kontrastmittel liefert dem Arzt oft entscheidende Hinweise auf bestehende Hirnmetastasen. Alternativ oder ergänzend kann auch eine Computertomographie (CT) zum Einsatz kommen.

Bei diesen Verfahren sind die Hirnmetastasen als Strukturen sichtbar, welche Kontrastmittel stark aufnehmen und oft von einer Flüssigkeitsansammlung (Ödem) umgeben sind. Der Arzt kann auch erkennen, ob die Metastasen angrenzendes Hirngewebe verdrängen. Manche Hirnmetastasen bluten in das Gewebe ein – das lässt sich im CT gut erkennen. Außerdem können Blutungen den Hirndruck erhöhen und dadurch Symptome wie Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.

Eine MRT-Aufnahme stellt Gewebe und Flüssigkeiten besonders gut dar, was bei sehr kleinen Hirnmetastasen für eine genaue Diagnose wichtig ist.

Die Bildaufnahmen sind nicht nur für die Diagnose hilfreich. Auch im weiteren Verlauf der Erkrankung sind CT- oder MRT-Aufnahmen zur Kontrolle während und nach der Therapie üblich.

Ist die Diagnose anhand von CT- oder MRT-Aufnahmen nicht eindeutig oder ist der Ursprungstumor nicht bekannt, kann eine feingewebliche (histologische) Untersuchung einer entnommenen Gewebeprobe (Biopsie) nötig sein. Der Arzt entnimmt das Gewebe entweder im Rahmen einer offenen Operation oder stereotaktisch: Bei der stereotaktischen Methode befestigt der Arzt einen Rahmen am Kopf des Patienten – das sogenannte Zielsystem. Mithilfe von CT- oder MRT-Aufnahmen zeigt ein Computerprogramm genau, wo sich der Tumor im Gehirn befindet. Der Operateur kann nun zum Beispiel eine Biopsie-Nadel auf diese Koordinaten einstellen und zielgenau eine Gewebeprobe entnehmen, die anschließend der Pathologe unter dem Mikroskop untersucht. Die Biopsie selbst erfolgt unter Vollnarkose.

Darüber hinaus ist eine sorgfältige Untersuchung des ganzen Körpers nötig, um herauszufinden, ob sich an anderen Körperstellen ebenfalls Metastasen befinden.


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