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Hiatushernie

Veröffentlicht von: Silke Wesemann (09. Oktober 2013)

© Jupiterimages/Stockbyte

Die Hiatushernie ist im Volksmund auch als "Zwerchfellbruch" bekannt. Man spricht von einer Hiatushernie, wenn sich Teile des Magens durch eine Öffnung im Zwerchfell in den Brustraum verlagern. In über 90 Prozent der Fälle liegt eine sogenannte axiale Hernie vor, welche oft keine Symptome bereitet und meist gar nicht behandelt werden muss.

Normalerweise trennt das Zwerchfell Brust- und Bauchhöhle voneinander, und die Speiseröhre gelangt gewöhnlich durch eine schmale Lücke im Zwerchfell in den Bauchraum. Bei der Hiatushernie ist diese Lücke erweitert und Teile des Magens können durch sie hindurchtreten – ein "Zwerchfellbruch" ist entstanden. Grund für die Erweiterung der Lücke ist meist eine angeborene Bindegewebsschwäche. Auch im Zuge des normalen Alterungsprozesses kann sich das Bindegewebe an dieser Stelle lockern und erweitern.

In den meisten Fällen entsteht dabei eine sogenannte axiale Gleithernie (axiale Hernie, Gleitbruch) in dem Bereich, wo sich der Mageneingang (Kardia) in die Brusthöhle verlagert hat. Der Mageneingang verschiebt sich dabei durch die Öffnung im Zwerchfell, durch die die Speiseröhre in den Magen eintritt, längs der Speiseröhre in Richtung Mundraum. Die Eintrittsöffnung vergrößert und verformt sich in der Folge.

Die axiale Hernie findet sich oft bei älteren Menschen und bereitet in den meisten Fällen keine oder nur geringe Beschwerden. Symptome entstehen am ehesten, wenn durch die veränderte Lage des Mageneingangs der Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen ausfällt, sodass der saure Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt. Die Symptome dieser Form der Hiatushernie, aber auch die Behandlungsansätze, sind dieselben wie bei der Refluxkrankheit.

Eine weitere Form der Hiatushernie stellt die paraösophageale Hernie dar. In diesem Fall schiebt sich das Magengewölbe neben die Speiseröhre in den Brustraum, zum Beispiel durch Anteile des Magens. Die paraösophageale Hernie kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Daher wird dieser "Zwerchfellbruch" immer durch eine Operation behoben, auch, wenn sie zunächst keine Beschwerden bereitet.

Wenn sich der Magen komplett in den Brustraum verlagert, spricht man von einem totalen Thoraxmagen (sog. upside-down-stomach). Es kann auch zu Mischformen zwischen axialer und paraösophagealer Hernie kommen.

Der Zwerchfellbruch macht oft keine Beschwerden.



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