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Hyposensibilisierung

Stand: 26. November 2012Autor: Onmeda-Redaktion

Allgemeines

Die Hyposensibilisierung oder spezifische Immuntherapie (SIT), oft auch Desensibilisierung genannt, ist bei einer Allergie die wirksamste Form der Therapie. Die Hyposensibilisierung kommt besonders bei Heuschnupfen und anderen allergischen Reaktionen vom Typ I zum Einsatz.

Jemand erhält eine Spritze in den Oberarm.
Eine Hyposensibilisierung kann Allergien lindern.

Das Besondere an der Hyposensibilisierung ist, dass sie die einzige Behandlungsmethode ist, die auf die Ursache der Allergie abzielt: die übersteigerte Reaktion des Immunsystems auf Fremdstoffe. Möglich ist die spezifische Immuntherapie also nur dann, wenn der Auslöser der Allergie (das sog. Allergen) bekannt und als Lösung erhältlich ist.

Die Hyposensibilisierung besteht dann darin, dass der Allergiker die Lösung über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren in allmählich steigenden Dosierungen meist per Spritze unter die Haut (d.h. subkutan) verabreicht bekommt. In einigen Fällen kann die Hyposensibilisierung auch über den Mund (d.h. oral) erfolgen: durch die sublinguale Immuntherapie (SLIT) oder durch die sogenannte Gräsertablette.

Die Hyposensibilisierung soll die Überempfindlichkeit des Immunsystems allmählich herabsetzen und letztendlich eine allergische Reaktion verhindern.

Dies funktioniert so: Bei Allergikern reagiert das Immunsystem auf den Kontakt mit eigentlich harmlosen Allergenen, indem es Antikörper der Klasse E (IgE) bildet und Histamin freisetzt, was die typischen allergischen Symptome verursacht. Die spezifische Immuntherapie soll das Immunsystem so beeinflussen, dass es bei Allergenkontakt stattdessen Antikörper der Klasse G (IgG) produziert, die es normalerweise auch gegen Krankheitserreger wie Bakterien bildet: Solche IgG-Antikörper entstehen sofort nach jedem Kontakt mit dem Erreger neu – mit dem Ziel, den Erreger auszuschalten.

Dasselbe soll durch die Hyposensibilisierung auch bei der Allergie geschehen: Sofort nach Kontakt mit dem Allergen sollen sich IgG-Antikörper bilden, die das Allergen beseitigen, sodass eine allergische Reaktion ausbleibt.

Eine hohe Wirksamkeit zeigt die Hyposensibilisierung nachweislich besonders bei Insektengiftallergien wie der Wespenallergie und bei Allergien gegen Pollen: So liegt die Erfolgsquote bei der Pollenallergie bei rund 60 bis 70 Prozent. Bedingt wirkt die Hyposensibilisierung auch bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben. Außerdem ist die spezifische Immuntherapie bei Allergien gegen Tiere (Katzenhaare), manche Schimmelpilze oder Mehlstaub wirkungsvoll. Die für eine Hyposensibilisierung anfallenden Kosten übernimmt die Krankenkasse.

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