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Hyposensibilisierung

Durchführung

Stand: 22. April 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Subkutane Immuntherapie (SCIT)

Die Hyposensibilisierung (bzw. spezifische Immuntherapie = SIT) erfolgt in klassischer Durchführung als subkutane Immuntherapie (SCIT) per Spritze unter die Haut (subkutan): Hierbei bekommt der Allergiker zur Desensibilisierung das zuvor in einem Allergietest bestimmte Allergen als Lösung in den Oberarm gespritzt. Zu Beginn der subkutanen Immuntherapie ist die Allergendosis gering: Sie soll im schlimmsten Fall höchstens eine örtliche Reaktion in Form einer kleinen Schwellung mit Juckreiz an der Einstichstelle auslösen. Da trotzdem eine heftige allergische Reaktion und im schlimmsten Fall ein anaphylaktischer Schock auftreten können, ist es ratsam, nach der Injektion noch mindestens 30 Minuten unter ärztlicher Beobachtung beziehungsweise in der Arztpraxis zu bleiben. Außerdem sind am Therapietag Sport und andere körperliche Anstrengungen sowie Hitzebelastungen wie Sauna oder heiße Bäder zu vermeiden.

Verträgt der Allergiker die zur Hyposensibilisierung gespritzte Dosis gut, erhält er bei der nächsten Injektion entsprechend vorgegebenen Angaben eine höhere Menge. Anfangs verdoppelt sich die Dosis bei der SCIT wöchentlich, später erfolgt die Erhöhung in kleineren Schritten. Wenn die subkutane Immuntherapie Nebenwirkungen auslöst, ist es ratsam, die Konzentration wieder zu reduzieren. Normalerweise bessern sich die Beschwerden schon nach der ersten Behandlungssaison deutlich. Ein dauerhafter Erfolg der Hyposensibilisierung stellt sich meist erst nach dreijähriger Durchführung ein.

Bei Durchführung der Hyposensibilisierung in einem Krankenhaus (stationär) besteht die Möglichkeit einer Schnellhyposensibilisierung in Form von mehreren Injektionen an einem Tag über einen Zeitraum von drei Wochen. In den meisten Fällen kommt diese SCIT bei einer Insektengiftallergie zur Anwendung.

Sublinguale Immuntherapie (SLIT)

Die Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie, SIT) kann als Alternative zur Durchführung mit Spritzen bei Pollenallergien in manchen Fällen auch oral (über den Mund) erfolgen: Für diese sogenannte sublinguale Immuntherapie (SLIT) stehen Allergenlösungen zur Verfügung, die der Allergiker selbst täglich unter die Zunge (sublingual) tropft. Anders als bei der Spritzentherapie ist bei der SLIT eine genaue Dosierung des Allergens jedoch nicht möglich, da die Tropfengröße immer leicht variiert und die Aufnahme durch die Mundschleimhaut durch unterschiedlichen Speichelfluss oder unwillkürliches Herunterschlucken verändert sein kann. Dennoch kommt die sublinguale Immuntherapie zunehmend häufiger zum Einsatz – ihre Durchführung empfiehlt sich vor allem dann, wenn die klassische Hyposensibilisierung mit starken Nebenwirkungen verbunden ist oder für Allergiker aus anderen Gründen nicht infrage kommt (z.B. weil sie Spritzen ablehnen oder der Zeitaufwand zu hoch ist).

Eine ebenfalls neuere Form der Hyposensibilisierung bietet die sogenannte Gräsertablette – eine Tablette, die bestimmte Gräserpollen (Pollen des Wiesenlieschgrases bzw. Phleum pratense) enthält. Die spezifische Immuntherapie mit Gräsertabletten ist eine SLIT-Variante, deren Durchführung ebenso einfach ist wie die sublinguale Immuntherapie mit Tropfen: Die Gräsertablette lässt man unter der Zunge zergehen.

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