Herzneurose

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (06. Januar 2017)

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Eine Herzneurose liegt vor, wenn jemand glaubt, eine Herzerkrankung zu haben oder einen Herzinfarkt zu bekommen – aber keine organischen Befunde vorliegen, die das belegen können. Herzneurosen sind häufig: Bei etwa jedem dritten Patienten, der seine Herzbeschwerden beim Herzspezialisten abklären lässt, finden sich keine körperlichen Ursachen.

Die Betroffenen haben dennoch teils über lange Zeit starke Symptome, die scheinbar mit dem Herzen zusammenhängen und oft auch sehr bedrohlich wirken, wie zum Beispiel:

  • Herzrasen,
  • Herzstechen oder
  • in die Schulter ausstrahlende Schmerzen.

Patienten mit einer Herzneurose suchen deshalb im Laufe der Zeit häufig mehr als einen Arzt auf, um die Ursache abzuklären.

Eine Herzneurose hat psychosomatische Ursachen. Das heißt, psychische Probleme (wie innere Konflikte) äußern sich bei den Betroffenen über körperliche Beschwerden.

Häufig meiden Betroffene mit einer Herzneurose körperliche Belastungen oder Situationen, die die vermeintlichen Herzbeschwerden auslösen oder verschlimmern. Mit der Zeit verstärkt diese Schonhaltung jedoch oft die bestehenden Beschwerden: Die allgemeine Fitness nimmt ab und schon leichte Belastungen lösen die mutmaßlichen Herzbeschwerden aus. Dies vergrößert die Angst vor den vermeintlichen Herzproblemen. So kann schnell eine Spirale aus Vermeidung, Auslösen der Symptome und der Angst davor entstehen.

Eine Herzneurose lässt sich mit psychotherapeutischer Unterstützung behandeln. Mithilfe des Psychotherapeuten können Betroffene herausfinden, was der eigentliche Auslöser ihrer Herzbeschwerden ist. Je eher man eine Herzneurose behandeln lässt, desto rascher ist eine Besserung zu erwarten. Liegen neben einer Herzneurose psychische Erkrankungen wie eine Depression oder Angststörung vor, können Medikamente die Therapie unterstützen.

Im Rahmen einer Therapie sollten Betroffene bestehende Vermeidungshaltungen Stück für Stück abbauen – so können sie lernen, ihrem Körper wieder zu vertrauen. Hilfreich ist es deshalb auch, regelmäßig in Maßen Sport zu treiben (z.B. Joggen, Walking, Yoga) und Entspannungstechniken einzuüben (wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung).


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