Herzinsuffizienz (Herzschwäche, Herzmuskelschwäche): Diagnose

Veröffentlicht von: Till von Bracht (29. Mai 2013)

Bei einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche, Herzmuskelschwäche) stellt der Arzt eine erste Verdachts-Diagnose in der Regel anhand der Beschwerden, die der Betroffene schildert, und nach einer körperlichen Untersuchung.

Mit einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs lässt sich insbesondere in Notfallsituationen schnell eine schwere Herzinsuffizienz erkennen. Sind auf dem Röntgenbild eine sogenannte Lungenstauung, Pleuraergüsse oder eine Herzvergrößerung zu sehen, weist dies auf eine mögliche Herzinsuffizienz hin. Bei einem Pleuraerguss sammelt sich Flüssigkeit in dem Raum zwischen Brustkorb und Lunge (sog. Pleuraspalt).

Um bei Verdacht auf Herzinsuffizienz die genaue Diagnose stellen oder ausschließen zu können, bestimmt der Arzt zudem die Konzentration eines speziellen Eiweißes im Blut: Die Herzkammern setzen das sogenannte natriuretische Peptid, kurz BNP (engl. brain natriuretic peptide) frei, wenn die Kammern gedehnt werden. Nimmt die Herzinsuffizienz zu, steigt auch der BNP-Wert im Blut an – ein niedriger Wert bei einem unbehandelten Patienten schließt eine Herzinsuffizienz weitgehend aus. Verschiedene Faktoren beeinflussen diesen Wert, etwa Alter, Geschlecht, Gewicht und verschiedene Erkrankungen. Daher sollte der Arzt den BNP-Wert nur zusammen mit den Ergebnissen der anderen Untersuchungen beurteilen.

Ultraschalluntersuchung des Herzens, EKG und Herzkatheter

Die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) hilft, die Ausmaße einer Herzinsuffizienz zu ermitteln. Sie ermöglicht dem Arzt, die Struktur und Funktion des Herzens zu prüfen. Außerdem gibt die Echokardiographie Aufschluss über die Bewegungsabläufe der Herzklappen und Herzwände sowie die Pumpfunktion des Herzens. Auch kann der Untersucher die Geschwindigkeit messen, mit der das Blut im Herzen fließt.

Die Echokardiographie ist für Diagnose und Behandlung vieler Herzerkrankungen entscheidend. Bei bestimmten Fragestellungen testet der Arzt die Herzfunktion unter Belastung: Der Patient fährt dazu auf einem Fahrrad-Ergometer – gleichzeitig beurteilt der Untersucher das Herz im Ultraschall. Dieses spezielle Verfahren heißt Belastungs-Echokardiographie.

Eine weitere Untersuchungsmethode ist die Aufzeichnung der Herzströme in Form einer Herzstromkurve, dem Elektrokardiogramm, EKG – hiermit lassen sich mögliche Ursachen der Herzinsuffizienz (z.B. ein Herzinfarkt) ermitteln. Ein unauffälliges EKG spricht in der Regel gegen eine Herzinsuffizienz.

Auch eine Herzkatheteruntersuchung liefert Informationen über die Entstehung der Herzinsuffizienz. Diese Kontrastmitteluntersuchung von Herzhöhlen und Herzkranzgefäßen per Katheter zieht der Arzt mitunter heran, um festzulegen, welche Therapie am besten geeignet ist.


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