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Herzinfarkt (Myokardinfarkt)

Stand: 18. April 2013Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Der Herzinfarkt (Myokardinfarkt) zählt hierzulande zu den häufigsten Todesursachen. Allerdings kann jeder einem Herzinfarkt durch gesunde Lebensweise vorbeugen – das bedeutet vor allem: mögliche Risikofaktoren für einen Herzinfarkt (wie Rauchen oder Übergewicht) vermeiden und bestehende Grundkrankheiten (wie Bluthochdruck) optimal behandeln lassen.

Ein Herzinfarkt entsteht, wenn ein großes Herzkranzgefäß (Koronararterie) oder ein Gefäßast plötzlich verschlossen ist. Diese Gefäße versorgen das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen. Da das Blut durch den Gefäßverschluss nicht mehr zirkulieren kann, erhält das Herz nicht mehr ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe. Diese Unterversorgung führt zu einer Schädigung des Herzmuskelgewebes und ein Teil des Gewebes stirbt ab – dieser Vorgang heißt Myokardinfarkt (Myokard = Herzmuskel, Infarkt = Absterben eines Gewebeteils infolge Gefäßverschluss).

Meist hat ein Herzinfarkt seine Ursachen darin, dass ein Blutgerinnsel (Thrombus) eines der Gefäße verstopft. Dem geht überwiegend die sogenannte koronare Herzkrankheit (KHK) voraus, bei der die Durchblutung des Herzmuskels wegen einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) der Herzkranzgefäße gestört ist. Risikofaktoren wie erhöhte Blutfette, Diabetes mellitus, Rauchen, Übergewicht, zu hoher Blutdruck oder Stress gelten als Ursachen von Arteriosklerose und begünstigen somit einen Myokardinfarkt.

Oft treten Herzinfarkte in den Morgenstunden auf. In vielen Fällen sind die Symptome bei einem Herzinfarkt eindeutig: Typisches Anzeichen für einen Myokardinfarkt ist der anhaltende heftige Brustschmerz, der in den linken Arm ausstrahlt. Bei einem Herzinfarkt können diese Symptome aber auch geringer sein oder ganz ausbleiben (sog. stummer Herzinfarkt). Besonders häufig fehlen die typischen Herzinfarkt-Symptome bei der Frau.

Für die Heilungsaussichten ist bei einem Herzinfarkt eine schnelle Behandlung entscheidend. Darum gilt: bei Anzeichen für einen Herzinfarkt sofort einen Notarzt verständigen und den Betroffenen schnell ins Krankenhaus bringen! In den ersten Stunden nach dem Myokardinfarkt bestehen zwei Möglichkeiten, um zu verhindern, dass die unterversorgten Herzmuskelzellen absterben: das verschlossene Gefäß mit einem Herzkatheter aufdehnen (sog. Dilatation) oder das Blutgerinnsel durch Medikamente auflösen, sodass die Durchblutung des Gefäßes wiederhergestellt ist (sog. medikamentöse Thrombolysetherapie).

Da nach einem Herzinfarkt Komplikationen (wie z.B. Herzrhythmusstörungen, Linksherzinsuffizienz oder ein kardiogener Schock) auftreten können, ist eine Überwachung auf der Intensivstation erforderlich. Besonders kritisch sind die ersten 48 Stunden nach einem Myokardinfarkt.

Weiterlesen: Herzinfarkt (Myokardinfarkt): Definition

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