Herzbeutelentzündung (Perikarditis)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (03. Februar 2016)

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Das Herz ist von einer sehr dünnen Gewebehülle umgeben – auch Herzbeutel genannt. Entzündet sich dieser Beutel, spricht man von einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis).

Für eine Herzbeutelentzündung kommen viele verschiedene Ursachen infrage. Die häufigsten Auslöser einer Herzbeutelentzündung sind Viren, die im Rahmen eines Atemwegsinfekts auftreten – wie Coxsackie-Viren, Echo- oder Adenoviren. In einigen Fällen kann die Perikarditis jedoch auch die Folge einer anderen Erkrankung sein, zum Beispiel Lungen-, Nieren-, Autoimmun- und Stoffwechselerkrankungen.

Häufig entsteht im Verlauf einer Herzbeutelentzündung ein sogenannter Herzbeutelerguss (Perikarderguss). Bei einem Herzbeutelerguss sammelt sich als Folge der Perikarditis Flüssigkeit im Herzbeutel an, welche ab einer bestimmten Menge die Herzaktion beeinträchtigt.

Typische Beschwerden bei einer akuten Herzbeutelentzündung sind neben erhöhter Körpertemperatur stechende Schmerzen unter dem Brustbein, welche sich im Liegen, bei tiefem Einatmen oder Husten und bei Bewegung verstärken. Häufig leiden Betroffene auch unter Beschwerden der Atemwege (z.B. Husten und Halsschmerzen), was auf die virale Ursache der Herzbeutelentzündung hinweist.

Bildet sich zusätzlich zur Perikarditis ein Herzbeutelerguss, kommen weitere Symptome wie

  • hervortretende (gestaute) Halsvenen,
  • geschwollene Beine (Beinödeme) und
  • eine Lebervergrößerung

hinzu. Dies deutet auf eine verminderte Herzleistung als Folge der Perikarditis hin. Betroffene fühlen sich geschwächt und sind weniger leistungsfähig. Bei einer chronischen Herzbeutelentzündung bleiben Symptome wie Schmerzen und Fieber meist aus.

Im Extremfall entwickelt sich bei einer Herzbeutelentzündung eine sogenannte Herzbeuteltamponade. Dabei übt die große Flüssigkeitsmenge so viel Druck auf das Herz aus, dass es den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen kann. Der Blutdruck fällt ab. Die Herzbeuteltamponade kann zu einem Schock führen.

Wissenswertes:

Der Herzbeutel (Perikard) besteht genauer gesagt aus zwei dünnen Häuten aus Bindegewebe, die das Herz schützen und von anderen Organen abgrenzen. Die innere Schicht liegt dem Herzmuskel auf und wird als Epikard (viszerales Blatt) bezeichnet – die äußere Schicht nennt man parietales Perikard.

Zwischen den beiden Schichten befindet sich beim gesunden Menschen eine geringe Menge Flüssigkeit. Sie dient als eine Art Gleitmittel und mindert die Reibung, die durch die Herzbewegung entsteht.

Entzündet sich der Herzbeutel, spricht man von einer Herzbeutelentzündung. Manchmal sind dabei auch die unter dem Herzbeutel liegenden Schichten des Herzmuskels (Myokard) betroffen – Mediziner sprechen dann von einer Perimyokarditis.

Das Perikard ist die äußere Umhüllung des Herzens. Sie besteht aus zwei dünnen Häuten aus Bindegewebe: dem Epikard und dem parietalen Perikard.

Das Perikard ist die äußere Umhüllung des Herzens. Sie besteht aus zwei dünnen Häuten aus Bindegewebe: dem Epikard und dem parietalen Perikard.

Die Diagnose der Herzbeutelentzündung stellt der Arzt anhand der typischen Symptome und verschiedener Untersuchungsmethoden. Dazu zählen:

Die Behandlung einer Herzbeutelentzündung erfolgt – je nach Ursache – mit bestimmten Medikamenten. Patienten mit einer Perikarditis sollten sich außerdem schonen. Liegt ein Herzbeutelerguss (Perikarderguss) oder eine Herzbeuteltamponade vor, leitet der Arzt die Flüssigkeit entweder mit einer länger bestehenden Drainage aus oder saugt sie mit einer feinen Nadel ab (Punktion). In der Regel verläuft die Herzbeutelentzündung gut und hat eine günstige Prognose.


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