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Herzbeutelentzündung (Perikarditis)

Herzbeutelentzündung (Perikarditis): Verlauf

Stand: 17. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis) zeigt meist einen guten Verlauf. Die häufigste Form der idiopathischen beziehungsweise viralen Herzbeutelentzündung heilt in der Regel nach ein bis drei Wochen aus.

Komplikationen

Die Herzbeutelentzündung (Perikarditis) kann im Verlauf auf die anderen Schichten des Herzens übertreten und zu Komplikationen führen. Dann kommt es zusätzlich zu Entzündungen des Herzmuskels (Perimyokarditis) und seltener der Herzinnenschicht (Endokarditis) oder aller Herzschichten (Pankarditis).

Die zwei schweren Komplikationen der Herzbeutelentzündung sind die Perikarditis constrictiva und die Herzbeuteltamponade. Bei der Perikarditis constrictiva verhärtet sich der Herzbeutel kapselartig, verkalkt und schnürt sich narbig ein. Dadurch kann sich das Herz nicht optimal mit Blut füllen und seine Pumpfunktion ist stark beeinträchtigt. Bei den Betroffenen staut sich Blut in den Halsvenen und sie sind kurzatmig. Auch fallen Schwellungen (Ödeme) der Beine auf und eventuell sammelt sich Flüssigkeit in der Bauchhöhle (Aszites). Betroffene sind davon meist sehr geschwächt.

Im Röntgenbild zeigt sich meist ein normalgroßes Herz. Besteht dennoch eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz), schließt der Arzt meist auf eine Perikarditis constrictiva. Diese Form von Herzbeutelentzündung kann sich über mehrere Jahre entwickeln, wobei die Anfangsstadien gewöhnlich beschwerdefrei sind. In Deutschland kommt es selten nach einer Strahlentherapie bei Personen mit Tumoren, nach Herzoperationen oder im Rahmen von Autoimmunerkrankungen zu einer Perikarditis constrictiva. Die Symptome ähneln einer Perikardtamponade. Durch den Rückgang der Tuberkulose in Deutschland ist die Perikarditis constrictiva selten.

Auch die Herzbeuteltamponade zählt bei der Herzbeutelentzündung zu den Komplikationen – es handelt sich um eine Notfallsituation. Da der Herzbeutel kaum dehnbar ist, drückt Flüssigkeit, die sich in ihm im Rahmen einer Herzbeutelentzündung ansammelt (Herzbeutelerguss), auf das innenliegende Herz. Bei Ergüssen ab 200 Milliliter treten meist Beschwerden auf, doch sind bei chronischen Verläufen Ergussmengen bis zu mehreren Litern möglich. Die Herzvorhöfe setzen dem Außendruck durch die Flüssigkeit nur wenig Druck entgegen; daher werden sie besonders stark zusammengedrückt. Als Folge füllt sich das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut und wirft damit nur wenig Blutvolumen aus. Die Betroffenen einer Herztamponade leiden bei einem akuten Verlauf unter Blutdruckabfall bis hin zum Schock, einer beschleunigten Herzfrequenz, Zeichen der Rechtsherzinsuffizienz und Luftnot. Die Herzbeuteltamponade behandelt der Arzt in der Regel, indem er Flüssigkeit aus dem Herzbeutel ablässt (Punktion und Drainage). Allerdings ergeben sich infolge der Drainage in fünf Prozent der Fälle schwere Komplikationen wie Blutungen oder Fehlpunktionen.

Weiterlesen: Herzbeutelentzündung (Perikarditis): Verlauf – Prognose

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