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Herzbeutelentzündung (Perikarditis)

Herzbeutelentzündung (Perikarditis): Verlauf

Stand: 16. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis) zeigt meist einen guten Verlauf. Die häufigsten Formen der Perikarditis, die idiopathische (Ursache unbekannt) beziehungsweise virale Herzbeutelentzündung, heilen in der Regel nach ein bis drei Wochen aus. Treten bei einer Perikarditis Komplikationen auf, beeinflusst dies den Verlauf der Erkrankung allerdings ungünstig.

Komplikationen

Die Herzbeutelentzündung (Perikarditis) kann im Verlauf auf die anderen Schichten des Herzens übertreten und zu Komplikationen führen. Dann kommt es zusätzlich zu Entzündungen des Herzmuskels (Perimyokarditis) und seltener der Herzinnenschicht (Endokarditis) oder aller Herzschichten (Pankarditis).

Zwei schwere Komplikationen der Herzbeutelentzündung sind die Perikarditis constrictiva und die Herzbeuteltamponade, eine schwere Form des Herzbeutelergusses. Bei der Perikarditis constrictiva verhärtet sich der Herzbeutel kapselartig, verkalkt und schnürt sich narbig ein. Dadurch kann sich das Herz nicht optimal mit Blut füllen und seine Pumpfunktion ist stark beeinträchtigt. Bei den Betroffenen staut sich Blut in den Halsvenen und sie sind kurzatmig. Auch fallen Schwellungen (Ödeme) der Beine auf und eventuell sammelt sich Flüssigkeit in der Bauchhöhle (Aszites). Betroffene sind davon meist sehr geschwächt.

Im Röntgenbild zeigt sich oft ein normalgroßes Herz. Besteht dennoch eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz), schließt der Arzt meist auf eine Perikarditis constrictiva. Diese Form der Herzbeutelentzündung kann sich über mehrere Jahre entwickeln, wobei die Anfangsstadien gewöhnlich beschwerdefrei sind. In Deutschland kommt es selten nach einer Strahlentherapie bei Personen mit Tumoren, nach Herzoperationen oder im Rahmen von Autoimmunerkrankungen zu einer Perikarditis constrictiva. Die Symptome ähneln einer Perikardtamponade. Durch den Rückgang der Tuberkulose – der Hauptursache einer Perikarditis constrictiva – ist die Perikarditis constrictiva in Deutschland selten.

Auch die Herzbeuteltamponade zählt bei der Herzbeutelentzündung zu den Komplikationen – es handelt sich um eine Notfallsituation. Da der Herzbeutel kaum dehnbar ist, drückt Flüssigkeit, die sich in ihm im Rahmen einer Herzbeutelentzündung ansammelt (Herzbeutelerguss), auf das innenliegende Herz. Bei Ergüssen ab etwa 150 Milliliter treten meist Beschwerden auf. Insbesondere bei chronischen Verläufen können aber deutlich größere Flüssigkeitsmengen auftreten. Ab einem Volumen von 300 bis 400 Millilitern besteht die Möglichkeit, dass ein sogenannter kardiogener Schock auftritt.

Die Herzvorhöfe setzen dem Außendruck durch die Flüssigkeit nur wenig Druck entgegen; daher werden sie besonders stark zusammengedrückt. Als Folge füllt sich das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut und wirft damit nur wenig Blutvolumen aus. Bei Betroffenen mit einer Herztamponade sackt bei einem akuten Verlauf der Blutdruck ab, die Herzfrequenz ist beschleunigt. Sie zeigen Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienz und bekommen schlecht Luft. Die Herzbeuteltamponade behandelt der Arzt in der Regel, indem er Flüssigkeit aus dem Herzbeutel ablässt (Punktion und Drainage). Allerdings ergeben sich infolge der Drainage bei einer Herzbeutelentzündung in fünf Prozent der Fälle schwere Komplikationen wie Blutungen oder Fehlpunktionen.

Weiterlesen: Herzbeutelentzündung (Perikarditis): Verlauf – Prognose

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