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Kreislaufprobleme

Stand: 13. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Kreislaufprobleme: Definition

Kreislaufprobleme sind weit verbreitet: Fast jeder kennt zumindest einzelne Symptome für einen geschwächten Kreislauf – wie Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen oder Schweißausbruch bis hin zum Gefühl, das Bewusstsein zu verlieren. Solche Kreislaufbeschwerden sind auf eine verminderte Durchblutung des Gehirns zurückzuführen, deren Ursache ein zu niedriger Blutdruck (sog. Hypotonie) ist.

Niedrige Blutdruckwerte können zum einen durch einen plötzlichen und heftigen Blutdruckabfall bedingt sein (akute Hypotonie): Bis zu 600 Milliliter Blut können in die untere Körperhälfte versacken. Sinkt der Blutdruck, versucht der Kreislauf eine gewisse Zeit lang, das Blut in die lebenswichtigen Organe umzuleiten, indem sich die Blutgefäße zu den Muskeln verengen. Reicht dieser Hilfsmechanismus nicht aus, verringert sich die Durchblutung des Gehirns. Wegen dieser Minderdurchblutung ist das Gehirn vorübergehend mit Sauerstoff unterversorgt. Ein akuter Blutdruckabfall (z.B. durch orthostatische Dysregulation) zeigt sich durch Kreislaufprobleme in Form von Augenflimmern, Schwindelattacken, Schweißausbruch und schlimmstenfalls Kreislaufkollaps beziehungsweise Ohnmacht (Synkope).

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Niedrige Blutdruckwerte können zum anderen ein dauerhafter Zustand sein (chronische Hypotonie). Mögliche Anzeichen für chronisch niedrige Werte sind neben Augenflimmern und Schwindel auch Antriebslosigkeit, schnelle Ermüdbarkeit, hohes Schlafbedürfnis, erhöhte Reizbarkeit, Wetterfühligkeit, Appetitlosigkeit, depressive Verstimmung oder Stiche in der Herzgegend.

Ein Sonderfall der Kreislaufprobleme ist die sogenannte orthostatische Dysregulation: Orthostase bezeichnet die aufrechte Lage des Körpers; damit in dieser Position alle Organe ausreichend mit Blut versorgt sind, passt der Körper seinen Blutdruck und somit das Kreislaufsystem im Sitzen oder Stehen normalerweise entsprechend an. Bei der orthostatischen Dysregulation ist diese Anpassung gestört, sodass es oft zu Kreislaufstörungen kommt, wenn man aus dem Liegen schnell aufsteht. Eine Orthostasestörung kann aber auch bei langem Stehen in der Sonne oder in großen Menschenmengen sowie nach üppigen Mahlzeiten mit Alkoholkonsum Kreislaufbeschwerden verursachen. Die Symptome der Kreislaufprobleme reichen von Blässe, Übelkeit, Leeregefühl im Kopf über Gangunsicherheit, Schwindel, Schweißausbruch, verschwommenes Sehen und Tunnelsehen bis hin zum Ohnmachtsanfall.

Ein niedriger Blutdruck und damit verbundene gelegentliche Kreislaufprobleme sind – vor allem bei Menschen jüngeren und mittleren Alters – meist harmlos. Medizinisch bedeutsam ist es beispielsweise, wenn

  • der Blutdruck ständig zu niedrig ist und ausgeprägte Kreislaufbeschwerden verursacht,
  • (im höheren Alter oder bei bestimmten Nervenerkrankungen) der Körper dauerhaft Probleme hat, den Blutdruck und somit das Kreislaufsystem in aufrechter Lage anzupassen,
  • ein akuter Blutdruckabfall auftritt, der oft plötzlich und ohne Warnzeichen heftige Kreislaufprobleme auslöst, sodass ein Verletzungsrisiko durch Stürze besteht.

Weiterlesen: Kreislaufprobleme: Ursachen

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