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Plötzlicher Herztod

Stand: 22. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Plötzlicher Herztod ist in Deutschland laut Statistik mit etwa 150.000 Fällen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen. Öffentliche Beachtung findet ein plötzlicher Herztod jedoch vor allem, wenn er bei jungen Menschen auftritt, zum Beispiel im Sport.

Ein plötzlicher Herztod liegt vor, wenn ein Herzversagen unerwartet über eine plötzliche Bewusstlosigkeit spätestens 24 Stunden nach Beginn der akuten Beschwerden zu einem natürlichen Tod führt. Tritt der plötzliche Herztod augenblicklich ein, spricht man vom Sekundentod.

Plötzlicher Herztod ist die direkte Folge von Herzrhythmusstörungen – am häufigsten handelt es sich um Kammertachykardien, Kammerflattern und Kammerflimmern. Die Herzrhythmusstörungen verursachen einen unerwarteten Herz-Kreislauf-Stillstand, der bereits nach ein bis zwei Minuten zum Bewusstseinsverlust führt. Dabei kann ein plötzlicher Herztod verschiedene Ursachen haben. Welche das sind, hängt vor allem vom Alter der Betroffenen ab:

  • Bei Erwachsenen spielt die koronare Herzkrankheit die mit Abstand größte Rolle (das Risiko ist besonders hoch, wenn sie bereits einen Herzinfarkt hatten), während
  • bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen überwiegend erbliche Faktoren, Herzmuskelentzündungen oder Veränderungen der Herzkranzgefäße für einen plötzlichen Herztod verantwortlich sind.

Ein plötzlicher Herztod kündigt sich – mit oder ohne Symptome von Herzproblemen – durch eine schnell eintretende Bewusstlosigkeit an. Der typische Ablauf ist:

  • Die Betroffenen fallen um oder sinken in sich zusammen und reagieren auf nichts,
  • sie haben keinen fühlbaren Puls;
  • nach spätestens einer Minute kommt es zum Atemstillstand,
  • die Pupillen sind erweitert,
  • die Haut verfärbt sich (zuerst an Fingernägeln und Schleimhäuten) aschgrau;
  • ohne Behandlung tritt der Sekundentod ein.

Droht ein plötzlicher Herztod, besteht neben der lebensverlängernden sofortigen Herz-Lungen-Wiederbelebung die einzig rettende Maßnahme in der sogenannten Defibrillation: Hierbei soll ein als Defibrillator (kurz: Defi) bezeichnetes Gerät das Herz über Elektroschocks dazu bringen, wieder normal zu schlagen. Dabei ist schnelles Handeln sehr wichtig, da bereits nach drei bis vier Minuten bleibende Gehirnschäden entstehen können und dies ohne frühzeitiges Eingreifen in 90 Prozent der Fälle zum Tod führt.

Ein plötzlicher Herztod lässt sich – auch bei bestehender Herzerkrankung – weitgehend verhindern: Dazu ist es wichtig, dass sich die Betroffenen an eine auf sie zugeschnittene Therapie halten. Wenn diese Basistherapie allein nicht ausreicht, kann ein Herzschrittmacher (interner Defibrillator) weiterhelfen. Dieser bewahrt Betroffene mit großer Sicherheit vor einem tödlichen Ausgang eines Kammerflimmerns.

Weiterlesen: Plötzlicher Herztod: Definition

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