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Stand: 10. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) die Diagnose zu stellen, ist nicht immer einfach. Im akuten Stadium ist es möglich, die Entzündung durch eine körperliche Untersuchung und den Einsatz technischer Apparate zu diagnostizieren. Bei einer chronischen Myokarditis ist außerdem eine Gewebeentnahme aus dem Herzmuskel (sog. Myokardbiopsie) sinnvoll, um die wirksamste Therapie festlegen zu können.
Bei einer möglichen Herzmuskelentzündung besteht der erste Schritt zur Diagnose darin, die Krankengeschichte zu erheben (sog. Anamnese). Hierbei erkundigt sich der Arzt zunächst ausführlich zu den vorliegenden Beschwerden: Eine akute Herzmuskelentzündung führt neben Entzündungszeichen meist zu Anzeichen von Herzschwäche mit einem verschlechterten Allgemeinzustand, Herzrasen (Tachykardie), Atemnot, Blässe oder bläulicher Verfärbung der Haut und sichtbaren Schleimhaut aufgrund von Sauerstoffmangel im Blut (Zyanose), Schmerzen hinter dem Brustbein und Herzrhythmusstörungen. Eine chronische Myokarditis äußert sich weniger kennzeichnend, zum Beispiel durch Abgeschlagenheit, Leistungsminderung, Appetitstörungen und Gewichtsabnahme. Bei der Erhebung der Krankengeschichte ist von besonderem Interesse, ob aktuell ein anderer Infekt vorliegt oder kürzlich vorlag (z.B. Erkältung, Grippe, Durchfall).
Anschließend erfolgt bei Verdacht auf Myokarditis eine eingehende Diagnostik des Herzens mit Elektrokardiogramm (EKG) und Herzultraschall (Echokardiographie): Im EKG können die bei einer Herzmuskelentzündung erhöhte Herzfrequenz und möglicherweise auch Herzrhythmusstörungen sichtbar sein. Mitunter zeigen sich auch herzinfarktähnliche Veränderungen. Der Ultraschall ermöglicht es, die Herzgröße und die Pumpleistung zu ermitteln. Gelegentlich ist bei einer Myokarditis eine Flüssigkeitsansammlung zwischen dem Herzmuskel und dem Herzbeutel sichtbar (Perikarderguss). Seit einiger Zeit spielt auch die Magnetresonanztomographie (MRT) des Herzens bei der Herzmuskelentzündung eine wichtige Rolle für die Diagnose.
Außerdem sind bei einer Herzmuskelentzündung eine Blutentnahme und die anschließende Blutuntersuchung zur Diagnose ratsam, um die Herzenzyme (z.B. Kreatininkinase, Troponin T) zu bestimmen und nach Entzündungszeichen wie einer beschleunigten Blutsenkungsgeschwindigkeit oder einer Vermehrung der weißen Blutkörperchen zu suchen. Auch eine Röntgenuntersuchung kann bei der Myokarditis sinnvoll sein.
Unter Umständen liegt der Herzmuskelentzündung eine andere Erkrankung zugrunde. Dies ist bei der Diagnose zu bedenken.
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