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Stand: 18. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Nach einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) ist eine schnelle ärztliche Therapie wichtig: In der ersten Stunde nach dem Herzinfarkt lässt sich durch geeignete Sofortmaßnahmen die Durchblutung des Herzmuskels mit Medikamenten oder durch Aufdehnung der verschlossenen Herzkranzarterie am ehesten wiederherstellen.
Die ersten Sofortmaßnahmen nach einem Herzinfarkt leitet der Notarzt ein: Er kann gefährliche Herzrhythmusstörungen sofort erkennen und behandeln. Starke Schmerzmittel lindern die mit dem Herzinfarkt einhergehenden Schmerzen. Gerinnungshemmende Medikamente verhindern, dass das Gerinnsel wächst oder an anderer Stelle ein weiteres entsteht. Im Krankenhaus angekommen, erfolgt mindestens zwei bis drei Tage lang eine Überwachung auf der Intensivstation. Hier bekommt der Betroffene zur weiteren Therapie einen Zugang zum Gefäßsystem gelegt (zentraler Venenkatheter, ZVK) und erhält über eine Nasensonde Sauerstoff. Über den zentralen Venenkatheter erhält er blutverdünnende Medikamente (Heparin). Außerdem gehört es zu den Sofortmaßnahmen im Krankenhaus, ständig den Blutdruck zu überprüfen und bei Bedarf zu regulieren, oft durch Nitrate. Nitrate entlasten das Herz und lindern Infarktschmerzen.
In der Frühphase eines Myokardinfarkts zählen vor allem die Ballondilatation und die Thrombolyse (d.h. die Auflösung des ursächlichen Blutgerinnsels) zu den geeigneten Sofortmaßnahmen bei der Herzinfarkt-Therapie. Bei der Ballondilatation schiebt der Arzt einen feinen Kunststoffschlauch zumeist mit einem zusammengefalteten Ballon über ein Blutgefäß in der Leiste bis zu dem verengten Herzkranzgefäß vor. Durch hohen Druck füllt er eine Mischung aus Kontrastmittel und Kochsalz in den Ballon ein: Der ausgedehnte Ballon erweitert das verengte Gefäß. Das Kontrastmittel bewirkt, dass der Ballon bei einer Röntgenaufnahme gut sichtbar ist.
Um nach einem Herzinfarkt zu verhindern, dass eine erneute Gefäßverengung eintritt, führt der Arzt mit dem Ballonkatheter einen sogenannten Stent ein. Dabei handelt es sich um eine unter Druck an die Gefäßwand gepresste Gefäßstütze aus Edelstahl. Der Stent kann zusätzlich mit Medikamenten beschichtet sein, die einen erneuten Verschluss und somit einen weiteren Herzinfarkt verhindern sollen.
Diese Sofortmaßnahmen sind geeignet, um in den ersten Stunden nach einem Herzinfarkt die Durchblutung des Gefäßes wiederherzustellen.
Verläuft Ihr Herzinfarkt (Myokardinfarkt) ohne Komplikationen, bleibt der Patient zur stationären Therapie 7 bis 14 Tage im Krankenhaus. Auf den Krankenhausaufenthalt folgen weitere Maßnahmen in einer Rehabilitationsklinik oder einem ambulanten Therapiezentrum: Hierzu gehören Bewegungstherapie, psychische Stabilisierung und Aufklärung über eine gesundheitsbewusste Lebensweise (z.B. richtige Ernährung nach Herzinfarkt, geeignete Sportarten, Stressvermeidung, Gewichtskontrolle).
Nach einem Herzinfarkt erfolgt außerdem eine dauerhafte Therapie mit Medikamenten. Diese Langzeitbehandlung besteht vor allem aus:
Die medikamentöse Dauertherapie nach einem Herzinfarkt entspricht der Therapie, die gegen die koronare Herzkrankheit (KHK) verordnet wird. Die verwendeten Medikamente verringern das Risiko eines erneuten Infarkts. Weitere empfehlenswerte Maßnahmen nach einem überstandenen Herzinfarkt bestehen darin, sich regelmäßig von einem Internisten beziehungsweise Kardiologen untersuchen zu lassen und Risikofaktoren wie Übergewicht oder Rauchen zu vermeiden, um einem erneuten Herzinfarkt vorzubeugen.
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