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Stand: 18. April 2013Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Nach einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) ist eine schnelle ärztliche Therapie wichtig: Durch geeignete Sofortmaßnahmen in der ersten Stunde nach dem Herzinfarkt ist es am ehesten möglich, die Durchblutung des Herzmuskels mit Medikamenten oder durch Aufdehnung der verschlossenen Herzkranzarterie wiederherzustellen.
Der Notarzt leitet die ersten Maßnahmen zur Herzinfarkt-Behandlung ein: Er kann gefährliche Herzrhythmusstörungen beim Herzinfarkt erkennen und geeignete Sofortmaßnahmen ergreifen. Starke Schmerzmittel lindern die mit dem Herzinfarkt einhergehenden Schmerzen. Gerinnungshemmende Medikamente verhindern, dass das Gerinnsel wächst oder an anderer Stelle ein weiteres entsteht.
Im Krankenhaus angekommen, erfolgt mindestens zwei bis drei Tage lang eine Überwachung auf der Intensivstation, da die ersten 48 Stunden nach einem Herzinfarkt besonders kritisch sind. Hier bekommt der Betroffene zur weiteren Therapie einen Zugang zum Gefäßsystem (zentraler Venenkatheter, ZVK) gelegt und erhält über eine Nasensonde Sauerstoff. Über den zentralen Venenkatheter erhält der Betroffene blutverdünnende Medikamente ( Heparin). Außerdem gehört es beim Herzinfarkt zu den Sofortmaßnahmen im Krankenhaus, ständig den Blutdruck zu überprüfen und bei Bedarf zu regulieren, oft durch Nitrate. Nitrate entlasten das Herz und lindern die mit dem Myokardinfarkt einhergehenden Schmerzen.
In der Frühphase des Infarkts gehören vor allem die Ballondilatation und die Thrombolyse (d.h. die Auflösung des ursächlichen Blutgerinnsels) zu den zur Herzinfarkt-Behandlung geeigneten Sofortmaßnahmen. Bei der Ballondilatation schiebt der Arzt einen feinen Kunststoffschlauch mit einem zusammengefalteten Ballon über ein Blutgefäß in der Leiste bis zu dem verengten Herzkranzgefäß vor und füllt anschließend eine Mischung aus Kontrastmittel und Kochsalz in den Ballon ein: Der ausgedehnte Ballon erweitert das verengte Gefäß. Das Kontrastmittel bewirkt, dass der Ballon auf einem Röntgenbild gut sichtbar ist.
Dass erneut eine Gefäßverengung nach dem Herzinfarkt eintritt, kann ein sogenannter Stent verhindern: Dies ist eine Gefäßstütze aus Edelstahl, die der Arzt mit dem Ballonkatheter in die betroffene Stelle einsetzt. Der Stent kann zusätzlich mit Medikamenten beschichtet sein, die einen erneuten Verschluss und somit einen weiteren Myokardinfarkt verhindern sollen.
Diese Therapie-Maßnahmen sind geeignet, um in den ersten Stunden nach einem Herzinfarkt die Durchblutung des Gefäßes wiederherzustellen. Je schneller die Sofortmaßnahmen beim Myokardinfarkt erfolgen, umso weniger Herzmuskelgewebe nimmt dauerhaften Schaden und umso weniger Komplikationen treten auf.
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