Startseite > Krankheiten > Herz-Kreislauf-Erkrankungen > Herzbeutelentzündung (Perikarditis)
Stand: 16. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis) führen unterschiedliche Ursachen dazu, dass sich die Gewebehülle um das Herz (Herzbeutel; medizinischer Fachbegriff: Perikard) entzündet.
Beim Herzbeutel (Perikard) handelt es sich um zwei bindegewebsartige, dünne Häute, die das Herz umhüllen. Häufig entsteht im Verlauf einer Herzbeutelentzündung ein sogenannter Herzbeutelerguss (Perikarderguss). Bei diesem sammelt sich als Folge der Perikarditis Flüssigkeit im Herzbeutel an, welche ab einer bestimmten Menge die Herzaktion beeinträchtigt.
Typische Beschwerden der Herzbeutelentzündung sind neben erhöhter Körpertemperatur Schmerzen unter dem Brustbein, welche sich im Liegen, bei tiefem Einatmen oder Husten und bei Bewegung verstärken. Bildet sich zusätzlich zur Perikarditis ein Herzbeutelerguss, kommen weitere Symptome wie gestaute Halsvenen, geschwollene Beine (Beinödeme) und eine Lebervergrößerung hinzu. Dies deutet auf eine verminderte Herzleistung als Folge der Perikarditis hin. Betroffene fühlen sich geschwächt und sind weniger leistungsfähig.
Im Extremfall entwickelt sich bei einer Herzbeutelentzündung eine sogenannte Herzbeuteltamponade als Komplikation. Dabei übt die große Flüssigkeitsmenge so viel Druck auf das Herz aus, dass es den Körper nicht mehr ausreichend versorgen kann. Der Blutdruck fällt ab und es ist ein Schock möglich.
Die Diagnose der Herzbeutelentzündung stellt der Arzt anhand der typischen Symptome und verschiedener Untersuchungsmethoden. Dazu zählen Elektrokardiogramm (EKG), Röntgenuntersuchung, Blutuntersuchungen und Ultraschall. Die Behandlung einer Herzbeutelentzündung erfolgt – je nach Ursache – mit bestimmten Medikamenten. Auch ist es wichtig, sich bei einer Perikarditis zu schonen. Liegt ein Herzbeutelerguss (Perikarderguss) oder eine Herzbeuteltamponade vor, leitet der Arzt die Flüssigkeit mittels Punktion oder länger bestehender Drainage ab. In der Regel verläuft die Herzbeutelentzündung gut und hat eine günstige Prognose.
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