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Stand: 16. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei Verdacht auf eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis) erkundigt sich der Arzt zur Diagnose zunächst nach den genauen Symptomen (Anamese). Häufig findet sich in der Krankengeschichte ein vorausgegangener Atemwegsinfekt oder eine Durchfallerkrankung. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt hört dazu das Herz des Patienten mit einem Stethoskop ab. Bei beginnender Perikarditis mit fehlendem oder kleinem Erguss im Herzbeutel nimmt der Arzt ein Reibegeräusch wahr, das sogenannte "Perikardreiben" oder "Lederknarren". Bei einem Perikarderguss lässt dieses Reiben häufig nach und die Herztöne werden leiser.
Um bei einer Herzbeutelentzündung die genaue Diagnose zu stellen, setzt der Arzt häufig auch ein Elektrokardiogramm (EKG) ein. Dabei erkennt er typische Veränderungen, die zum Teil einem Herzinfarkt sehr ähnlich sind, sich jedoch wieder normalisieren, wenn die Perikarditis ausgeheilt ist.
Mittels der Blutuntersuchung lassen sich bei einer Herzbeutelentzündung Entzündungszeichen des Körpers erfassen. Liegt eine Entzündung wie eine Perikarditis im Körper vor, ist unter anderem die Zahl der weißen Blutkörperchen erhöht, ebenso die Blutsenkungsgeschwindigkeit oder das sogenannte C-reaktive Protein. Zum Ausschluss einer Autoimmunerkrankung erfolgen spezielle Untersuchungen auf Antikörper gegen körpereigene Gewebestrukturen (sog. Autoantikörper). Bei Verdacht auf Tuberkulose als Auslöser einer Herzbeutelentzündung, führt der Arzt im Rahmen der Diagnose einen Tuberkulosetest durch.
Die Ergebnisse einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs sind nur bei schweren oder chronischen Verläufen einer Herzbeutelentzündung oder einem ausgeprägten Herzbeutelerguss auffällig. Manchmal stellt der Arzt eine zeltartige Vergrößerung des Herzens in Form eines "Bocksbeutels" (Frankenweinflasche) oder Verkalkungen fest.
Dem Ultraschall des Herzens (Echokardiographie) kommt vor allem bezüglich der Diagnose eines Herzbeutelergusses eine große Bedeutung zu. Hat sich aufgrund der Entzündung ein Perikarderguss entwickelt, entnimmt der Arzt in einigen Fällen mit einer Hohlnadel Flüssigkeit aus dem Herzbeutel (Punktion), um sie später im Labor untersuchen zu lassen. Dabei punktiert er nach einer örtlichen Betäubung (lokaler Anästhesie) unter Ultraschallkontrolle unterhalb des Brustbeins. Das Laborpersonal untersucht anschließend die punktierte Flüssigkeit laborchemisch und beurteilt mögliche Zellen im Erguss unter dem Mikroskop. Außerdem werden aus der gewonnen Flüssigkeit bakterielle Kulturen angelegt. Enthält die Flüssigkeit Bakterien, lässt sich der jeweilige Erreger bestimmen.
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