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Stand: 29. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Eine Reihe von Therapieverfahren zielt darauf ab, Verschlüsse beziehungsweise Einengungen der Herzkranzgefäße bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) direkt zu beseitigen.
Bei einer Angiographie der Herzkranzgefäße führt der Arzt über die Leisten- oder Armschlagader einen Katheter ein und schiebt ihn bis in die Herzkranzgefäße vor. An der Spitze des Katheters befindet sich ein aufblasbarer Ballon. Der Arzt spritzt Kontrastmittel in das Gefäß ein und kontrolliert unter Röntgentechnik, an welcher Stelle das Herzkranzgefäß verengt oder verschlossen ist. Mit dem Ballon weitet er die Engstelle, fachsprachlich wird dies als perkutane transluminare coronare Angioplastie oder kurz PTCA bezeichnet
Damit das Herzkranzgefäß nach der Erweiterung offen bleibt, setzt er oft gleichzeitig ein röhrenförmiges Metallgitter (Stent) als Gefäßstütze ein. Manche Stents geben fortlaufend Medikamente in das Gefäß ab, die verhindern sollen, dass ein Blutgerinnsel (Thrombus) entsteht. Mit der Ballondilatation kann der Arzt mehr als 90 Prozent der Behandelten helfen und das Gefäß wieder durchgängig machen. Allerdings kommt es im darauf folgenden halben Jahr bei bis zu 40 Prozent (mit Stent-Einlage weniger als 30 Prozent) zu einem erneuten Verschluss und die Behandlung muss wiederholt werden.
In besonderen Fällen kann anstelle des Ballons auch ein rotierendes Mikro-Messer an der Katheterspitze (sog. Rotationsangioplastie, Rotablation), Ultraschall (Ultraschallangioplastie), ein kleines Schälmesser (Atherektomie), ein Laser (Laser-PCTA bei verkalkten Engstellen) oder ein Sauger (Aspirationsthrombektomie) die Engstelle beseitigen. Welche Methode im Einzellfall die beste ist, hängt davon ab, wo die Engstelle liegt und aus welchem Gewebe die Wandverdickung besteht.
Je nachdem, wie viele Gefäße die koronare Herzkrankheit betrifft, kann eine Bypass-Operation nötig sein. Auch dann, wenn die sogenannte Ballondilatation (Herzkatheter) nicht zu einer dauerhaften Verbesserung der koronaren Herzkrankheit (KHK) führt oder technisch nicht möglich ist, werden die verengten Blutgefäße mit einem Bypass umgangen (Bypass = Umleitung). Zwei Varianten kommen dabei infrage:
Die Operation erfolgt als klassische Bypass-Operation (am offenen Herzen unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine) oder als sogenannte Schlüssellochchirurgie. Hierbei versucht der Chirurg, die operative Öffnung des Körpers möglichst klein zu halten. So verletzt er weniger Gewebe, mindert das Infektionsrisiko und hinterlässt kleinere Narben. Ein Beispiel wäre die sogenannte MIDCAB (Minimal invasive direkte Coronararterien-Bypassoperation), bei welcher der Chirurg den Brustkorb mit einem kleinen Schnitt seitlich zwischen den Rippen öffnet.
Auf lange Sicht ist die Bypass-Operation bei der koronaren Herzkrankheit effektiver als die Katheter-Methoden. So sind nach zehn Jahren nur etwa 10 bis 50 Prozent der Bypässe (je nach Art des Bypasses) wieder verschlossen. Demgegenüber stehen jedoch die Risiken, die eine große Operation mit sich bringt. Nach der Bypass-Operation sind rund 80 Prozent der Betroffenen beschwerdefrei.
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