Startseite > Krankheiten > Herz-Kreislauf-Erkrankungen > Koronare Herzkrankheit (KHK), Angina pectoris > Therapie
Stand: 29. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei der Behandlung der koronaren Herzkrankheit werden verschiedene Medikamente eingesetzt, welche den Sauerstoffverbrauch senken, die Herzarbeit optimieren und auf diese Weise die Anfallshäufigkeit vermindern sowie die Schwere der Angina-pectoris-Anfälle lindern. Sie werden einzeln oder in Kombination verwendet:
Acetylsalicylsäure (ASS) hemmt die Blutplättchen (Thrombozyten), die zur Blutgerinnung wichtig sind. Dadurch verringert sich die Gefahr für eine Thrombose und in der Folge für einen Herzinfarkt und Schlaganfall. Wer ASS nicht verträgt, kann eventuell auch Clopidogrel zu diesem Zweck einnehmen.
Nitrate erweitern die Blutgefäße und senken den Sauerstoffverbrauch des Herzens. Neben den Nitraten, die als Akut-Medikamente bei einem Angina-pectoris-Anfall helfen (Glyceroltrinitrat [Nitroglyzerin] als Kapsel oder Spray), gibt es auch länger wirksame Präparate, die einem Anfall vorbeugen. Zu den möglichen Nebenwirkungen der Nitrate gehören Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck und ein beschleunigter Herzschlag.
Achtung: Nitrate dürfen bei KHK nicht gemeinsam mit Potenzmitteln und anderen Phosphodiesterase-5-Hemmern eingenommen werden. Dabei kann es zu einem lebensbedrohlichen Blutdruckabfall kommen, der einen Sauerstoffmangel im Herzmuskel nach sich ziehen kann.
Betablocker (Beta-Rezeptoren-Blocker) senken die Herzfrequenz und den Blutdruck bei Belastung. Dadurch verbraucht das Herz weniger Sauerstoff und die Beschwerden nehmen ab. Betablocker sind bei der stabilen Angina pectoris ein Standardpräparat. Alternativ zu Betablockern können auch ACE-Hemmer den Blutdruck senken. Diese Wirkstoffe können die Beschwerden eines Angina-pectoris-Anfalls allerdings nicht lindern.
Kalziumkanalblocker (sog. Kalziumantagonisten) verordnen Ärzte eher selten zur Behandlung einer KHK. Sie sind das bevorzugte Mittel bei Prinzmetal-Angina und bei speziellen Arten von Herzrhythmusstörungen. Sie finden außerdem Anwendung, wenn Betablocker nicht einsetzbar sind.
Statine (Fachbegriff: HMG-CoA-Reduktasehemmer) hemmen ein Enzym, welches der menschliche Körper benötigt, um Cholesterin herzustellen. Der Cholesteringehalt in den Zellen sinkt – dies führt dazu, dass das schädliche LDL-Cholesterin (Low-Density-Lipoprotein) aus dem Blutkreislauf entfernt wird. Auf diese Weise sinkt das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Der Wirkstoff Molsidomin gehört zu den gefäßerweiternden Mittel auf Nitroglyzerin-Basis. Molsidomin wirkt im Gegensatz zu Glyceroltrinitrat nicht sofort, sondern erst nach etwa einer halben Stunde. Daher ist es in der Anfallsbehandlung der Angina pectoris unwirksam und eignet sich lediglich zur Vorbeugung und Dauerbehandlung.
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