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Hepatitis B

Hepatitis B: Verlauf

Stand: 5. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Hepatitis B nimmt in der Regel einen guten Verlauf: Bei Erwachsenen stellt sich die Heilung bei Infektionen mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) in mindestens 90 Prozent der Fälle nach kurzer Zeit von selbst ein.

Allerdings bleibt das Virus nach einer durchgestandenen akuten Hepatitis B ein Leben lang in den Zellen der Leber. Unter besonderen Umständen (z.B. wenn Medikamente nach einer Transplantation die körpereigene Immunreaktion unterdrücken) ist seine erneute Aktivierung möglich.

In nur etwa 0,5 bis 1 Prozent aller Infektionsfälle entwickelt sich eine schwerwiegende akute Hepatitis mit heftigem und schnellem Verlauf – die sogenannte fulminante Hepatitis. Sie kann tödlich enden.

Begleitend kann im verlauf einer Hepatitis B außerdem eine Hepatitis D entstehen. In diesem Fall besteht eine sogenannte Simultaninfektion oder Superinfektion mit dem Hepatitis-D-Virus (HDV). Hepatitis-D-Viren können sich nur dann vermehren, wenn eine aktive Hepatitis-B-Infektion vorliegt.

Wer aber einmal eine Hepatitis B durchgemacht hat, ist – bis auf einige Ausnahmen – im Verlauf seines gesamten Lebens immun: In diesen Fällen hat das Immunsystem ausreichend Antikörper gegen das Hepatitis-B-Virus gebildet. Diese Immunisierung schützt die Betroffenen (wie eine Impfung) vor einer erneuten Infektion.

Chronische Hepatitis B

Eine akute Hepatitis B kann auch in einen chronischen Verlauf übergehen, was schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen kann. Eine chronische Hepatitis B entwickelt sich allerdings höchstens in jedem 10. Fall. Bei Neugeborenen und Kindern unter einem Jahr verläuft eine Hepatitis-B-Infektion dagegen fast immer chronisch. Bei der chronischen Hepatitis B sind drei verschiedene Verlaufsformen möglich:

  • Ein Teil der Betroffenen bleibt dauerhaft ansteckend, ohne Symptome der Hepatitis-B-Infektion zu zeigen.
  • Andere entwickeln eine dauerhaft anhaltende oder chronisch persistierende Hepatitis, die mit geringen Veränderungen der Leberwerte einhergeht. Die Funktionsfähigkeit der Leber ist bei dieser chronischen Hepatitis-B-Form jedoch nicht eingeschränkt.
  • Durch die sogenannte chronisch aggressive Hepatitis dagegen schrumpft das Lebergewebe und verhärtet sich. Eine Leberzirrhose (griech. kirrhos = gelb) mit schwerwiegenden chronischen Leberfunktionsstörungen und Leberkrebs (Leberzellkarzinom) können die Folge sein. Das Risiko für die Entstehung eines bösartigen Lebertumors erhöht sich durch eine chronische Hepatitis B gegenüber der Normalbevölkerung um den Faktor 100.

Weiterlesen: Hepatitis B: Vorbeugen

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