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Hepatitis B: Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. Juli 2016)

Eine Hepatitis B nimmt in der Regel einen positiven Verlauf: Bei Erwachsenen heilen Infektionen mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) in mindestens 90 Prozent der Fälle nach kurzer Zeit von selbst.

In nur etwa 0,5 bis 1 Prozent aller Infektionsfälle entwickelt sich eine schwerwiegende akute Hepatitis B mit heftigem und schnellem Verlauf: Diese sogenannte fulminante Hepatitis B kann tödlich enden.

Begleitend kann im Verlauf einer Hepatitis B außerdem eine Hepatitis D entstehen. In diesem Fall besteht eine sogenannte Simultaninfektion oder Superinfektion mit dem Hepatitis-D-Virus (HDV). Hepatitis-D-Viren können sich nur dann vermehren, wenn eine aktive Hepatitis-B-Infektion vorliegt.

Bis auf einige Ausnahmen sind aber Menschen, die einmal eine Hepatitis B durchgemacht haben, für den Rest ihres Lebens immun: In diesen Fällen hat das Immunsystem ausreichend Antikörper gegen das Hepatitis-B-Virus gebildet. Diese Immunisierung schützt die Betroffenen (wie eine Hepatitis-B-Impfung) vor einer erneuten Infektion.

Allerdings bleibt das Virus nach einer durchgestandenen akuten Hepatitis B ein Leben lang in den Zellen der Leber. Unter besonderen Umständen (z.B. wenn Medikamente nach einer Transplantation die körpereigene Immunreaktion unterdrücken) kann sich das Hepatitis-B-Virus erneut aktivieren.

Chronische Hepatitis B

Eine akute Hepatitis B kann auch in einen chronischen Verlauf übergehen, was schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen kann. Eine chronische Hepatitis B entwickelt sich allerdings höchstens in jedem 10. Fall. Bei Neugeborenen und Kindern unter einem Jahr verläuft eine Hepatitis-B-Infektion dagegen überwiegend chronisch.

Eine chronische Hepatitis B kann drei verschiedene Verläufe nehmen:

  • Ein Teil der Betroffenen bleibt dauerhaft ansteckend, ohne Symptome der Hepatitis-B-Infektion zu zeigen.
  • Andere entwickeln eine dauerhaft anhaltende oder chronisch persistierende Hepatitis, die mit geringen Veränderungen der Leberwerte einhergeht. Die Funktionsfähigkeit der Leber ist bei dieser chronischen Hepatitis-B-Form jedoch nicht eingeschränkt.
  • Durch die sogenannte chronisch aggressive Hepatitis dagegen schrumpft das Lebergewebe und verhärtet sich. Eine Leberzirrhose (griech. kirrhos = gelb) mit schwerwiegenden chronischen Leberfunktionsstörungen und Leberkrebs (Leberzellkarzinom) können die Folge sein. Das Risiko für die Entstehung eines bösartigen Lebertumors erhöht sich durch eine chronische Hepatitis B gegenüber der Normalbevölkerung um den Faktor 100.

Weltweit ist die chronische Hepatitis B eine der wichtigsten Ursachen für Leberzirrhose und Leberzellkarzinom und kostet somit viele Menschen das Leben.

Video: Leberzirrhose



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