Hepatitis A

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. August 2017)

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Eine Hepatitis A heilt in den meisten Fällen ohne Folgeschäden aus. Komplikationen können jedoch insbesondere bei Personen auftreten, deren Leberfunktion beeinträchtigt ist.

Was ist Hepatitis A?

Hepatitis A (griech. héparhépatos = Leber, -itis = Entzündung) ist eine akute Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) hervorgerufen wird. Das Virus schädigt die Leberzellen und stört die Organfunktion. Es gelangt vor allem durch kontaminierte Lebensmittel oder verseuchtes Trinkwasser in den Körper.

Wie häufig ist Hepatitis A?

Hepatitis A ist weltweit verbreitet. Besonders häufig tritt sie jedoch in warmen und tropischen Regionen sowie in Ländern mit mangelhaften hygienischen und sanitären Verhältnissen auf.

In den entwickelten Ländern Europas und Nordamerikas ist die Zahl der Hepatitis-A-Infektionen in den vergangenen Jahrzehnten stark gesunken. Dies liegt vor allem an den stetig wachsenden Hygienestandards – und den Schutzimpfungen. Zum Beispiel wurden im Jahr 2001 in Deutschland 2.254 Hepatitis-A-Infektionen gemeldet. Im Jahr 2016 waren es nur noch 736. Etwa die Hälfte aller Hepatitis-A-Infektionen, die hierzulande diagnostiziert werden, sind dabei "Mitbringsel" aus dem Urlaub (sog. Reisehepatitis).

Gut zu wissen: Wer einmal eine Hepatitis-A-Infektion überwunden hat, kann nicht ein zweites Mal erkranken, sondern ist lebenslang gegen das Virus immun.

Video: Hepatitis – wenn Viren die Leber schädigen.

Hepatitis A: Symptome

Die Symptome einer Hepatitis A sind in den meisten Fällen unspezifisch – es handelt sich um allgemeine Beschwerden, die auch im Rahmen vieler anderer Erkrankungen auftreten können. Vor allem Kinder zeigen häufig nur geringe oder keine Symptome.

Mögliche erste Symptome einer Hepatitis A sind:

Nur ein Teil der Erkrankten zeigt im weiteren Verlauf akute Symptome einer Hepatitis A (sog. ikterische Phase). Die Leber ist vergrößert, was sich durch ein Druckgefühl im rechten Oberbauch bemerkbar macht. Auch die Milz kann vergrößert sein. Zudem entwickeln manche Betroffene eine Gelbsucht (Fachbegriff: Ikterus). Bei einer Gelbsucht nehmen die Haut und das Augenweiß eine gelbliche Färbung an; zudem wird der Urin dunkler und der Stuhl heller. Eine Gelbsucht entsteht, wenn die Leber nicht mehr ausreichend arbeitet. Abbauprodukte des roten Blutfarbstoffs Bilirubin können dann nicht mehr über die Leber und die Galle in den Darm gelangen – stattdessen lagern sie sich sichtbar in der Haut ab. Viele Betroffene haben zudem starken Juckreiz.

Nach etwa zwei bis vier Wochen klingen die Symptome von allein ab. Komplikationen treten selten auf.

Hepatitis A: Ursachen

Auslöser einer Hepatitis A ist das gleichnamige Virus (kurz: HAV). Das Hepatitis-A-Virus wird fäkal-oral übertragen, das heißt: Gelangen die Viren aus dem Kot in den Mund, kann man sich anstecken. Dies passiert vor allem indirekt durch kontaminierte Nahrungsmittel und verseuchtes Trink- oder Badewasser. Das Hepatitis-A-Virus vermehrt sich in den Leberzellen und wird vor allem über den Darm ausgeschieden.

Das Hepatitis-A-Virus ist sehr widerstandsfähig: Kälte und Hitze können ihm kaum etwas anhaben, es überlebt im Meerwasser drei Monate und bei Trockenheit einen Monat. Normale Seifen können das Virus nicht unschädlich machen.

Häufige Hepatitis-A-Infektionsquellen sind

  • verunreinigtes Wasser
  • rohe oder ungenügend gekochte Muscheln,
  • Austern oder andere Schalentiere, die aus mit Fäkalien kontaminierten Gewässern stammen oder
  • mit Fäkalien gedüngtes Gemüse und Salate.

Auch ist es möglich, dass die Viren durch engen körperlichen Kontakt übertragen werden. Eine Übertragung durch Blut und Blutprodukte (auch mehrmalig genutzte Spritzenbestecke bei Drogenabhängigen) ist möglich, kommt jedoch nur sehr selten vor.

Das Bild zeigt Austern. © Jupiterimages/Stockbyte

Kontaminierte Austern sind eine mögliche Ursache für eine Hepatitis A.

Wie lange dauert es, bis erste Symptome auftreten?

Bis nach der Ansteckung die ersten Symptome auftreten (sog. Inkubationszeit), vergehen etwa 15 bis 50 Tage. Infizierte sind so lange ansteckend, wie sie die Erreger mit dem Stuhl ausscheiden – in der Regel ist das etwa zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach Beginn der Beschwerden.

Hepatitis A: Diagnose

Wenn der Arzt den Verdacht hat, dass sein Patient Hepatitis A haben könnte, wird er ihn gründlich körperlich untersuchen. Ein möglicher Hinweis auf Hepatitis A ist die Gelbsucht (Ikterus) – Haut und das Augenweiß sind gelblich gefärbt. Auch heller Kot und dunkler Urin können Anzeichen einer Hepatitis A sein. Darüber hinaus können Leber und Milz vergrößert sein.

Der Arzt wird Blut abnehmen, um Antikörper und Leberwerte (z.B. Bilirubin, GOT, GPT) zu bestimmen. Wenn im Blut spezifische Antikörper gegen das Virus zu finden sind (sog. anti-HAV-IgM), gilt die Diagnose Hepatitis A als gesichert.

Meldepflicht

Die Hepatitis A gehört in Deutschland zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Der behandelnde Arzt muss eine Hepatitis A dem Gesundheitsamt melden, wenn

  • er den Verdacht hat, dass sein Patient an Hepatitis A erkrankt ist,
  • er die Erkrankung sicher nachweisen konnte (Antikörpervorhanden) oder wenn
  • ein Patient an Hepatitis A verstorben ist.

Hepatitis A: Therapie

Medikamente, die das Hepatitis-A-Virus direkt bekämpfen, gibt es bisher nicht. Vielmehr zielt die Therapie darauf ab, die Symptome zu lindern. Empfehlenswert ist es, sich zu schonen und Bettruhe zu halten.

Eine spezielle Diät ist bei Hepatitis A nicht notwendig. Allerdings sollten Betroffene darauf achten, dass sie ihre Leber nicht zusätzlich belasten. Das bedeutet: Eine fettarme Ernährung ist ratsam – und auf Alkohol sollten man verzichten.

Hepatitis A: Verlauf

Die Hepatitis A verläuft meist gutartig und die Beschwerden bilden sich nach wenigen Wochen zurück, ohne Folgeschäden zu hinterlassen. Chronische Verläufe sind nicht bekannt.

Nur selten ist eine Hepatitis-A-Infektion mit schweren Komplikationen verbunden, die tödlich sein können. Diese sogenannte fulminante Hepatitis tritt vor allem bei Erwachsenen auf, deren Leber bereits vorgeschädigt ist. Dabei kommt es zu teilweise lebensbedrohlichen Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, der Herzmuskulatur (Myokarditis) und der Lunge.

Hepatitis A: Vorbeugen

Die Hepatitis-A-Impfung schützt Sie wirkungsvoll vor einer Ansteckung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt diese Impfung vor allem Personen, die in Länder mit hohem Infektionsrisiko reisen und Personen, die aus beruflichen oder privaten Gründen einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Und auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sollten sich impfen lassen.

Im Urlaub auf Hygiene achten

Wenn Sie in Länder reisen, in denen das Infektionsrisiko hoch ist, sollten Sie besonders auf Hygiene achten:

  • Bei Imbissständen an der Straße ist Vorsicht geboten.
  • Waschen Sie Obst und Gemüsevor dem Verzehr gründlich mit abgekochtem Wasser ab. Ist dies nicht möglich, sollten Sie Obst oder Gemüse schälen, bevor Sie es essen.
  • Vor dem Verzehr roher Schalentiere aus dem Meer wie Austern oder Muscheln wird allgemein gewarnt.
  • Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschließlich abgepacktes Mineralwasser oder abgekochtes Wasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!).

Hinsichtlich des Essens in fernen Ländern gilt: "Boil it, cook it, peel it or forget it!" ("Koche es, brate es, schäle es oder vergiss es!")

Hepatitis A: Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Hepatitis A":


Onmeda-Lesetipps:

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Hepatitis C

Anatomie der Leber

Selbsthilfegruppen / Beratungsstellen:

Reisemedizinisches Zentrum am Bernhard-Nocht-Institut
Bernhard-Nocht-Str. 74
20359 Hamburg
www.gesundes-reisen.de


Quellen:

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 34/2017 (Stand: 24.8.2017)

Hepatitis A. Fact sheet. Online-Informationen der Weltgesundheitsorganisation WHO: www.who.int (Stand: Juli 2017)

Hepatitis A. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 28.6.2017)

Hepatitis A. RKI-Ratgeber für Ärzte. Online-Informationen des Robert Koch-Instituts: www.rki.de (Abrufdatum: 20.4.2017)

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2016. Robert Koch-Institut, Berlin 2017

Baenkler, W..: Kurzlehrbuch Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2015

Arastéh, K., et al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

Aktualisiert am: 30. August 2017

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