Harnwegsinfekt: Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. April 2015)

Bei einem Harnwegsinfekt hängt der Verlauf in hohem Maß von der Ursache und der richtigen Behandlung ab: Wenn die Harnwege durch Bakterien infiziert sind, ohne dass ansonsten das Risiko für Harnwegsinfektionen erhöht ist (sog. unkomplizierte Harnwegsinfektion), verschwindet die Infektion manchmal von alleine (sog. Spontanheilung).

Wenn nicht, helfen Antibiotika: Meist heilt dann der (besonders bei Frauen häufige) unkomplizierte Harnwegsinfekt im Verlauf weniger Tage folgenlos aus. Zwar können die typischen Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen, verstärkter Harndrang oder Schmerzen im Unterbauch noch zwei bis drei Tage fortbestehen, da nach der Beseitigung der Erreger die Entzündungsreaktionen im Körper erst abklingen müssen. In der Regel ist die Harnwegsinfektion dann aber völlig ausgestanden.

In manchen Fällen erfordert eine Harnwegsinfektion jedoch eine intensivere Behandlung – zum Beispiel, wenn sie mit Schmerzen in der seitlichen Bauchregion und Fieber verbunden ist, was auf eine Beteiligung der Nieren (sog. Nierenbeckenentzündung) hindeutet. Auch, wenn neben der Infektion der Harnwege zusätzlich begünstigende Faktoren (wie Blasensteine, Prostatavergrößerung oder Diabetes mellitus) hinzukommen (sog. komplizierter Harnwegsinfekt), sind längere und umfassendere Gegenmaßnahmen nötig, denn: Ohne konsequente Beseitigung der begünstigenden Faktoren kann der Harnwegsinfekt dann einen chronischen Verlauf nehmen.

Das Risiko, dass ein Harnwegsinfekt kompliziert verläuft, besteht bei der Frau besonders während der Schwangerschaft. Auch die Harnwegsinfektion beim Mann und bei Kindern gilt generell als komplizierter.

Etwa jeder fünfte Harnwegsinfekt kehrt trotz Therapie ständig wieder (sog. wiederkehrende oder rezidivierende Harnwegsinfektion). Warum dies so ist, bleibt oft unklar.


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