Harnwegsinfekt: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. April 2015)

Ein Harnwegsinfekt entsteht meist durch Bakterien, die über die Harnröhre aufsteigen. Dabei handelt es sich überwiegend um das aus dem eigenen Stuhl stammende Darmbakterium Escherichia coli. In selteneren Fällen sind andere Erreger für die Harnwegsinfektion verantwortlich, beispielsweise bakterielle Erreger bestimmter sexuell übertragbarer Krankheiten – wie Chlamydien oder Gonokokken (Tripper) – oder auch Pilze oder Viren. Ebenfalls selten gelangen die ursächlichen Erreger von anderen Infektionsquellen über die Blutbahn in die Harnwege (sog. hämatogene Infektion).

Es gibt viele Faktoren, die einen Harnwegsinfekt begünstigen können. Hierzu zählen zum Beispiel:

Wer zu wenig trinkt, scheidet weniger Harn aus. Dies kann eine Harnwegsinfektion ebenfalls fördern. Bei einem Dauerkatheter – einem dünnen, biegsamen Kunststoffschlauch, der über die Harnröhre den Urin aus der Blase ableitet –  und bei Diabetes mellitus sind häufig auch Pilze die Ursachen für einen Harnwegsinfekt.

Erwachsene Frauen haben (v.a., wenn sie sexuell aktiv sind) deutlich häufiger eine Harnwegsinfektion als gleichaltrige Männer. Der Grund: Frauen haben eine wesentlich kürzere Harnröhre und ihre Harnröhrenöffnung liegt verhältnismäßig nah am After, sodass leichter Darmbakterien in die Harnröhre gelangen können.

Die Ursachen für einen Harnwegsinfekt bei Frauen sind vielfältig:

  • falsches Hygieneverhalten (häufiges Waschen des Intimbereichs mit Seifen/Desinfektionsmitteln)
  • Abwischen nach dem Stuhlgang von hinten nach vorne (vom After in Richtung Vagina)
  • bestimmtes Verhalten beim Sex (Verwenden von beschichteten Kondomen, Diaphragmen, Spermiziden, ungeschützter vaginaler Geschlechtsverkehr unmittelbar nach Anal- oder Oralverkehr)
  • verzögertes Wasserlassen (trotz Harndrang oder nach dem Geschlechtsverkehr)

In der Schwangerschaft ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, einen Harnwegsinfekt zu bekommen. Bei Schwangeren verläuft der Infekt zudem im Vergleich zu nicht-schwangeren Frauen meist kompliziert.

Ab dem 60. bis 70. Lebensjahr nimmt die Anzahl der betroffenen Männer deutlich zu, sodass Harnwegsinfekte in diesem Alter bei ihnen genauso häufig sind wie bei Frauen. Der Grund: Viele Männer entwickeln mit höherem Alter eine Prostatavergrößerung (Prostatahyperplasie). Sie können die Harnblase schlechter entleeren, es verbleibt Urin in der Blase ("Restharn"), was wiederum begünstigt, dass ein Harnwegsinfekt entsteht.

Ein Harnwegsinfekt bei kleinen Kindern betrifft eher Jungen als Mädchen, weil männliche Kleinkinder häufiger Fehlbildungen des Harntrakts haben. Doch bereits im Vorschulalter ändert sich das Verhältnis wieder.


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