Harnwegsinfekt: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. April 2015)

Ein Harnwegsinfekt ist eine Erkrankung der Harnwege, die durch bestimmte Erreger entsteht. Je nachdem, wo sich die Harnwegsinfektion befindet, unterscheiden Ärzte untere und obere Harnwegsinfektionen:

  • Ein unterer Harnwegsinfekt liegt vor, wenn die Harnröhre (Urethra) oder die Harnblase betroffen ist und eine Harnröhrenentzündung (Urethritis) beziehungsweise eine Blasenentzündung (Zystitis) entstanden ist.
  • Ein oberer Harnwegsinfekt bildet sich, wenn sich die Infektion auf Harnleiter (Ureter) und Nieren ausbreitet und es zu einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kommt.

In der Regel lösen Bakterien einen Harnwegsinfekt aus. Ärzte unterscheiden je nach Ursache zwei Formen der Harnwegsinfektion:

  • Als unkomplizierter Harnwegsinfekt gilt eine ausschließlich durch Erreger bedingte Infektion, bei der keine begünstigenden Risikofaktoren vorliegen. Oft heilen solche Harnwegsinfektionen von alleine aus. In manchen Fällen ist eine Therapie mit antibakteriellen Medikamenten (Antibiotika) erforderlich.
  • Ein komplizierter Harnwegsinfekt liegt vor, wenn eine Grunderkrankung besteht (z.B. Diabetes mellitus) oder wenn der Harntrakt neben der Infektion zusätzlich in seiner Funktion gestört oder in seiner Struktur verändert ist (z.B. durch Fremdkörper, Harnsteine, vergrößerte Prostata, Tumoren). Werden die begünstigenden Faktoren nicht beseitigt, besteht das Risiko, dass eine chronische Harnwegsinfektion entsteht.

Harnwege

Ein unterer Harnwegsinfekt betrifft die Harnröhre oder die Harnblase: Dann liegt eine Harnröhren- oder Blasenentzündung vor. Breitet sich die Infektion auf die Harnleiter und Nieren aus, entsteht ein oberer Harnwegsinfekt – beispielsweise eine Nierenbeckenentzündung.


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