Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. Juli 2015)

Der Begriff Harnröhrenkrebs oder Harnröhrenkarzinom bezeichnet laut Definition eine bösartig wachsende Zellwucherung (Karzinom), die von der Harnröhre (Urethra) ausgeht. Entsprechend nennt man diese sehr seltene Krebserkrankung auch Urethrakarzinom.

Feingeweblich handelt es sich beim Harnröhrenkarzinom in der von vier Fällen um ein sogenanntes Plattenepithelkarzinom, also um einen Tumor, der aus Schleimhautzellen hervorgeht. Harnröhrenkrebs kann aber auch in folgenden Formen auftreten:

  • in etwa 20 Prozent der Fälle als Urothelkarzinom (d.h. der Harnröhrenkrebs ging von als Urothel bezeichneten Zellen aus, die die Harnröhre von innen auskleiden)
  • in etwa 5 Prozent der Fälle als Adenokarzinom (d.h. das Harnröhrenkarzinom ist aus Drüsenzellen entstanden)
  • als Melanom (d.h. der Harnröhrentumor hat sich aus entarteten Hautpigmentzellen bzw. Melanozyten gebildet)

Anatomie

Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom) betrifft den untersten Abschnitt der harnableitenden Wege, die Harnröhre (Urethra). Sie beginnt unterhalb der Harnblase und leitet den Harn nach außen ab. In ihrer Anatomie unterscheidet sich die Harnröhre bei Männern deutlich von der Harnröhre bei Frauen:

  • Die Harnröhre der Frau ist mit 2,5 bis 5 Zentimetern sehr kurz. Sie mündet im Vorhof der Scheide, die seitlich von den kleinen Schamlippen begrenzt ist.
  • Beim erwachsenen Mann erreicht die Harnröhre dagegen eine Länge von 20 bis 25 Zentimetern. Sie durchquert unmittelbar nach ihrem Ursprung aus der Harnblase die Prostata, wo die Samenleiter in die Harnröhre münden. Der längste Abschnitt der Harnröhre verläuft im Penis und mündet an der Eichel.

Die Harnröhre (bzw. Urethra) ist nicht zu verwechseln mit dem Harnleiter (bzw. Ureter): Letzterer leitet den Harn aus dem Nierenbecken in die Harnblase. Auch im Harnleiter kann Krebs entstehen. Die Diagnose und Therapie von Harnleiterkrebs sowie die Heilungsaussichten unterschieden sich deutlich von denen bei Harnröhrenkrebs.

Häufigkeit

Insgesamt hat Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom) eine äußerst geringe Häufigkeit: Er macht nur etwa 0,3 Prozent aller Krebserkrankungen aus. Frauen bekommen etwa dreimal so häufig Harnröhrenkrebs wie Männer.

Außerdem ist bei Harnröhrenkrebs die Häufigkeit je nach Altersgruppe recht unterschiedlich: So betrifft das Harnröhrenkarzinom überwiegend Menschen, die älter als 50 Jahre sind. Bei Frauen kommt Harnröhrenkrebs meist erst jenseits der Wechseljahre (Menopause) vor.


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