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Harnröhrenentzündung (Urethritis)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. April 2015)

© Jupiterimages/Stockbyte

Bei einer Harnröhrenentzündung (Urethritis) sind die Schleimhäute des letzten Abschnitts der harnableitenden Wege entzündet – dieser Teil wird auch Harnröhre genannt. Die Harnröhre beginnt am Blasenausgang und mündet an der äußeren Harnröhrenöffnung.

Normalerweise leitet die Harnblase den Harn nach außen ab – in manchen Fällen können aber auch Erreger über die Harnröhre in den Körper gelangen und beispielsweise eine Harnröhrenentzündung verursachen. 

Eine Harnröhrenentzündung kann bei Mann und Frau dieselben Symptome auslösen:

Bedingt durch die kürzere Harnröhre sind Frauen insgesamt häufiger von einer Harnröhrenentzündung betroffen als Männer.

Der durch eine Harnröhrenentzündung bedingte Ausfluss (sog. Urethralfluor) ist typischerweise weißlich bis grünlich. Er kann aber – ebenso wie das Jucken und Brennen in der Harnröhre – auch fehlen: Bei manchen Frauen verläuft die Urethritis auch ohne Beschwerden oder verursacht nur ein unangenehmes Gefühl beim Wasserlassen. Dadurch bleibt die Harnröhrenentzündung bei Frauen in einigen Fällen zunächst unentdeckt.

Bei Frauen ist die Harnröhre aus anatomischen Gründen wesentlich kürzer als bei Männern. Deshalb erkranken Frauen insgesamt häufiger an einer Harnröhrenentzündung als Männer. © iStock

Bei Frauen ist die Harnröhre aus anatomischen Gründen wesentlich kürzer als bei Männern. Deshalb erkranken Frauen insgesamt häufiger an einer Harnröhrenentzündung als Männer.

Wissenswertes
Der medizinische Fachbegriff für Harnröhrenentzündung lautet Urethritis und setzt sich aus den Begriffen Urethra (Harnröhre) und -itis (Entzündung) zusammen.

Eine Harnröhrenentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Je nachdem, welche das sind, unterteilt man Harnröhrenentzündungen in zwei Formen:

  • die spezifische Urethritis
  • und die unspezifische Urethritis. 

Die deutlich häufigere Form der Urethritis ist die spezifische Urethritis: Für sie sind meist sexuell übertragbare Bakterien verantwortlich, die zur Geschlechtskrankheit namens Tripper (Gonorrhoe) führen – die sogenannten Gonokokken.

Die unspezifische Harnröhrenentzündung kann ebenfalls durch Infektionen mit bestimmten Erregern entstehen (sog. nicht-gonorrhoische Urethritis): Meistens steckt eine bakterielle Infektion mit den ebenfalls sexuell übertragbaren Chlamydien hinter einer unspezifischen Urethritis. Aber auch durch nicht-infektiöse allergische oder mechanische Reizungen kann sich die Harnröhre entzünden.

Zur Diagnose der Harnröhrenentzündung gehört – neben einer körperlichen Untersuchung – auch der Erregernachweis. Dazu ist ein Abstrich aus der entzündeten Harnröhre notwendig.

Die gegen eine Harnröhrenentzündung eingesetzte Behandlung richtet sich nach der auslösenden Ursache: Bei einer infektiösen Urethritis – also wenn Bakterien oder Pilze hinter der Harnröhrenentzündung stecken – kommen zur Therapie Medikamente (Antibiotika oder Antipilzmittel) zum Einsatz.

Allgemein ist es bei einer Harnröhrenentzündung ratsam, viel zu trinken und häufig zur Toilette zu gehen. Frühzeitig erkannt und hinreichend behandelt hat die Urethritis eine gute Prognose.

Eine zu spät behandelte Harnröhrenentzündung kann allerdings schwere Komplikationen nach sich ziehen. Ein Gonokokken-Befall der Scheide kann während der Schwangerschaft zu einer eitrigen Bindehautentzündung beim ungeborenen Kind führen, in dessen Folge es erblinden kann. Um diese Komplikation zu verhindern, kann der Säugling nach der Geburt erregerabtötende Augentropfen bekommen (sog. Credé-Prophylaxe). Diese silbernitrathaltigen Augentropfen kommen heute nur noch selten zum Einsatz, stattdessen werden überwiegend antibiotische Augentropfen angewendet. 



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