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Hammerzeh, Krallenzehen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (26. Februar 2016)

© Jupiterimages/Hemera

Der Hammerzeh und der Krallenzeh sind häufige Zehenfehlstellungen: Typische Symptome sind krumme Zehen und schmerzhafte Druckpunkte am ganzen Fuß sowie Hühneraugen. Oft treten Hammerzehen und Krallenzehen zusammen mit der als Hallux valgus bezeichneten Fehlstellung der Großzehe auf.

Hammerzehen und Krallenzehen werden klinisch oft synonym verwendet – dabei gibt es einen kleinen Unterschied: Ein Hammerzeh ist dadurch gekennzeichnet, dass entweder nur das Zehenendgelenk gebeugt ist, oder dass das Mittelgelenk des Zehs gebeugt und das Endgelenk gestreckt sind.

Krallenzehen zeichnen sich durch eine starke Überstreckung im Grundgelenk und eine Beugung im Mittel- und Zehenendgelenk aus. Dadurch hat die Zehenspitze bei einem Krallenzeh keinen Kontakt mehr zum Boden.

Das Bild zeigt eine Röntgenaufnahme eines Krallenzehs.

Bei einem Krallenzeh ist das Zehengrundgelenk stark überstreckt. Dadurch wölben sich einzelne Zehen wie Krallen nach oben. (Quelle: Wikimedia Commons, Hellerhoff, CC BY-SA 3.0)

Für die Ausbildung einer Hammerzehe oder Krallenzehe kommen verschiedene Ursachen infrage:

  • jahrelanges Tragen von zu engem, geschlossenem Schuhwerk
  • Fußfehlstellungen wie Spreizfüße, Plattfüße und Knickfüße
  • neurologische und unfallbedingte Fußerkrankungen

Die beim Hammerzeh und Krallenzeh typischen Fußprobleme entstehen dadurch, dass sich die Zehen im Lauf der Zeit immer mehr verkürzen und dabei gleichzeitig mehr Platz in der Höhe beanspruchen: Die Folge ist, dass die Zehen im Schuh zunehmend drücken – vor allem der Schuhdecke. Daher bilden sich typischerweise dort (aber auch an anderen Vorsprüngen und Druckpunkten des Fußes) immer wieder schmerzhafte Hühneraugen und Schwielen aus.

Diese Veränderungen liefern deutliche Hinweise für die Diagnose. Im Röntgenbild sind Hammerzehen und Krallenzehen klar zu erkennen; zusätzlich kann der Arzt hier überprüfen, ob die betroffenen Zehen aus ihrem Gelenk gerutscht sind (Zehluxationen) und ob die Gelenke arthrotisch verändert sind.

Kommt gegen die Hammerzehe oder Krallenzehe keine geeignete Therapie zum Einsatz, verschlechtert sich der Zustand der betroffenen Füße immer mehr. Selbst im Frühstadium kann eine nicht-operative Behandlung den fortschreitenden Verlauf von Hammerzeh und Krallenzeh dann oft nicht immer verhindern – zum Beispiel durch

  • Zehengymnastik,
  • Polsterung
  • und das Tragen von offenen, weiten Schuhen.

Daher ist es häufig irgendwann ntwendig, Hammer- oder Krallenzehen operativ zu korrigierenNur so gelingt es, die entstandenen Fehlstellungen und Versteifungen dauerhaft zu beseitigen – also krumme Zehen zu richten.

Grafische Darstellung einer Hammerzehe

Eine Hammerzehe ist durch eine Beugung im Mittel- oder Endgelenk des Zehs gekennzeichnet.



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