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Hallux valgus

Operation

Stand: 16. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Ein Hallux valgus lässt sich in den meisten Fällen nur durch eine operative Therapie beheben. Dennoch ist es wichtig, die Entscheidung für eine Operation vorsichtig zu treffen und genau zu überprüfen – vor allem bei Jugendlichen. Fußchirurgie ist grundsätzlich nur ratsam, wenn der Hallux valgus Beschwerden bereitet. Die Zehenfehlstellung aus rein kosmetischen Gründen zu operieren ist nicht empfehlenswert, denn: Ein operativer Eingriff am Fuß ist keinesfalls eine Kleinigkeit und kann schwerwiegende Folgen für die Statik Ihres Fußes und für Ihre gesamte Lebensqualität mit sich bringen.

Eine Operation kommt vor allem infrage, wenn der Hallux valgus beispielsweise mit hohem Leidensdruck, verminderter Lebensqualität, großen Problemen beim Schuhetragen und Funktionseinschränkungen einhergeht oder durch die fortschreitende Großzehenfehlstellung gar eine Fehlstellung der Kleinzehen zu erwarten ist. Zur operativen Therapie eines Hallux valgus stehen etwa 150 verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung, die sich zum Teil nur geringfügig unterscheiden. Die Wahl der Methode hängt zum einen von Ihren Beschwerden, zum anderen von der Erfahrung des Operateurs ab.

Operation nach Keller-Brandes

Bei einem schweren Hallux valgus kann zur Therapie eine Operation nach Keller-Brandes erfolgen. Diese Operationsmethode kommt infrage, wenn Sie älter als 30 bis 40 Jahre sind und eine hochgradige Großzehenfehlstellung und fortgeschrittene Arthrose im Zehengrundgelenk haben. Bei der Operation nach Keller-Brandes trägt der Operateur zwei Drittel des Grundgelenks der Großzehe ab und meißelt den Knochenvorsprung an der inneren Seite des Mittelfußknochens ab. Ein Nachteil dieser Hallux-valgus-Behandlung besteht darin, dass die vorgenommene Zehenverkürzung kosmetisch häufig störend wirkt, weil die zweite Zehe die erste Großzehe überragt.

An die Operation nach Keller-Brandes schließt sich eine Nachbehandlung an: Diese besteht darin, den betroffenen Fuß hochzulagern und örtlich mit Eis zu behandeln; daneben kommen entzündungshemmende Maßnahmen sowie eine Thromboseprophylaxe zum Einsatz. Außerdem ist es nach der operativen Therapie des Hallux valgus ratsam, drei Monate lang eine Schiene (Nachtschiene) zu tragen. Etwa sechs Wochen nach der operativen Korrektur des Hallux valgus ist die Arbeitsfähigkeit wiederhergestellt.

Operation nach McBride

Bei einem Hallux valgus kommt zur Therapie die Operation nach McBride infrage, wenn Sie die Fehlstellung der Großzehe noch selbst passiv ausgleichen können und wenn keine (oder allenfalls eine geringgradige) Arthrose im Großzeh vorliegt. Diese Operationsmethode kommt hauptsächlich bei jüngeren Menschen zum Einsatz.

Das Ziel dieser Operation nach McBride besteht darin, den beim Hallux valgus bestehenden Knochenvorsprung abzumeißeln und die einzelnen Zehmuskeln (Muskulus adductor) und die Kapsel zu verlagern und zu straffen. Die Nachbehandlung ist bei dieser Therapie dieselbe wie bei jeder anderen Methode: Der betroffene Fuß ist hochzulagern und örtlich mit Eis zu behandeln; daneben erfolgen entzündungshemmende Maßnahmen sowie eine Thromboseprophylaxe. Auch hier ist die Arbeitsfähigkeit etwa sechs Wochen nach der operativen Behandlung wiederhergestellt.

Ein Hallux valgus, bei dem die Fehlstellung der Großzehe nicht mit arthrotischen Veränderungen des Gelenks verbunden ist, lässt sich besonders bei jüngeren Menschen auch mithilfe der Methode nach Kramer und der Basisosteotomie des Mittelfußknochens (Os Metatarsale) I operativ behandeln.

Weiterlesen: Hallux valgus: Verlauf

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